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Reise 2007
Kirgistan
22.6.07
Unterwegs von Osh nach Bishkek: Stoßdämpfer vorn rechts abgebrochen, beim Einparken vor Restaurant Antenne an einem Ast abgebrochen, nachher Öllache unterm Motor gesehen, schien mir jedenfalls Öl zu sein, große Sorge! Aber Werkstatt in Bishkek sagt, es ist Kühlwasser aus der Wasserpumpe (nichtmal das kann der Hensgen unterscheiden!), ich soll "Tassol" nachkippen, ein blaue Flüssigkeit, soll aber kein Frostschutz sein, keine Ahnung, was das ist.
Über 2 Dreitausender gefahren, Bus "flog" geradezu da rauf, die russischen Kamaz fuhren im Schritttempo, auch abwärts. Der eine Pass endete in einem Tunnel, drinnen rohe Wände, kein Licht, keine Lüftung, tiefe Schlaglöcher. Hymerfahrer würden da nicht durchfahren, ich bin aber lebend durchgekommen. Auf der anderen Seite wieder Polizeiposten, sie wollen alle Geld, ich sage einfach: "No money!" und sie lassen mich fahren.
Sehr schöne Landschaft und schöne Bushaltestellen da oben in den Bergen, auch endlich kühler, viele Jurten und Tiere....
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In Bishkek Nuria getroffen, sie ist dünner geworden und hat 'ne neue Jeans. Sie arbeitet nicht mehr in ihrem alten Beruf vom letzten Jahr, sondern ist "Second Operator" auf einer Tankstelle. Wir fahren dahin, der Chef gibt ihr 2 Wochen frei für unseren Trip durch Kirgistan, und wir bleiben gleich für die Nacht dort. In der Nachtschicht sind außer uns anwesend: der 1. Operator (Kasse), der 2. Operator (bedient die Zapfhähne) und der Securityman bewaffnet mit einem schwarzen Knüppel.
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Ein Kunde kommt und will Benzin, Nuria schreit: "Nijet Benzina!" Ich frage verwundert, wieso es kein Bezin gibt. Sie sagt, der 2. Operator schläft, und dann gibt es eben kein Benzin. Ich sage, sie könnte doch mal eben... sie ist doch auch 2. Operator... Nein, sie hat jetzt frei. Oder der 1. Operator oder der Securityman, oder ich kann es mal eben machen.... Nein, nur der 2. Operator darf zapfen. Es kommen noch 3 andere Kunden, und alle werden abgewiesen, ich kann es nicht mit ansehen, wäre beinahe selbst hingegangen. Da hocken 4 Leute auf einer Tankstelle rum, und keiner wird bedient, Selbstbedienung geht natürlich auch nicht. Ich bin halt in Asien.
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Schwester Nella ist 19 geworden
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Frühstück vor der Autowerkstatt mit Kühen
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22.6.07
Manchmal geht manches ganz leicht: Heute Wohnung im 4. Stock gemietet und eingezogen und Konto eröffnet, und alles an einem Tag! Die Wohnung keine Schönheit, aber viel Platz, für 250 US-Dollar. Ich wollte der Vermieterin 190 Euro geben, aber sie traut dem Euro nicht.
Futuristisches Gemüse auf dem Couchtisch, immerhin haben wir MTV, allerdings: derzeit ermüden mich all die schönen, vitalen Menschen.... aber "Red Hot Chilly Pepper" gefallen mir.
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Ein Wasserhahn für Wanne und Waschbecken, wie üblich....
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Elegante und bequeme Küchenbstuhlung, auch normal...
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Der Kleiderschrank ist zu groß für uns, sie hat nur eine Plastiktüte mit Klamotten...
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Schlafzimmer.... Es ist schön mit Nuria, sie kocht leckere Sachen, und sie ist noch hübscher geworden. Wenn sie nackt auf dem Bett schläft, könnte ich stunden daneben sitzen und sie anschauen.
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Vom Treppenhaus trennen uns 2 Türen mit zusammen 5 Schlössern. Die Kirgisen schließen alle ab, wenn sie einkaufen gehen.
Direkt vorm Haus ist ein bewachter Parkplatz, wir können den Bus vom Wohnzimmerfenster aus sehen. Ein Junge fährt die Autos regelmäßig mit dem Fahrrad ab, dafür kriegt er 15 Sum (30 Cent).
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27.6.07
Das sind meine beiden neuen Freunde: Elmurat und Bakit. Elmurat (links) ist Maschruttkafahrer (Minibus). Wir haben ihn gestern auf der Straße kennen gelernt und im Affekt mit Frau zu uns eingeladen. Die Frau ist nicht gekommen, dafür Bakit (rechts). Bakit ist 36 und Autohändler und zieht ständig seinen Schnodder hoch. Sein Name bedeutet: "Glücklich". Er bietet mir 15 Tausend Dollar für meinen Bus, er will ihn für einen kleinen Aufschlag - maximal 500 Dollar - weiterverkaufen. Ein Bekannter von ihm (aber das sei ein Geheimnis, Nuria soll es nicht übersetzen) habe den gleichen Bus und will 22 Tausend dafür. Bakit wird bald von seiner Frau abberufen, Nuria sagt mir warum: rechte Faust auf linke trommeln. Aha, also die ehelichen Pflichten.
Elmurat darf, obwohl auch verheiratet, länger bleiben. Er ist sehr trinkfest. Er möchte anschließend mit mir in der Stadt nach Huren gucken. Die man in den Straßen findet, kosten angeblich nur 100 bis 200 Som (2 bis 4 Euro) für eine Stunde. Zu Nuria sagt er (erzählt sie mir später), ich sei doch viel zu alt für sie, ich könne doch bestimmt nicht mehr, er hingegen sei jung, und sie solle besser mit ihm vögeln. Freitagabend soll der Gegenbesuch bei ihm stattfinden, dann aber mit Familie.
Werde gleich mal rasch den Zettel von der Windschutzscheibe entfernen, auf dem ich das Auto für 15 Tausend VB anbiete. Da könnte also noch mehr drin sein!
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Nuria liebt mich und mein Badehandtuch (wen mehr?), sie möchte es als Geschenk, na gut, wenn ich 20 Tausend für den Bus kriege, kann ich mir ja ein neues leisten.
Heute regnets übrigens in Bishkek, das ist eine neue Erfahrung für einen Wuppertaler: wie sehr man sich über Regen freuen kann!
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28.6.07
Meine kirgisische Freundin ist zwar manchmal ein richtiges Trampeltier: kippt öfter ihr Bierglas über'n Tisch, hinterlässt überall ihre abgekauten Kaugummis, dreht Tuben und Gläser nicht zu, vergisst ständig, wo sie was hingelegt hat: "Wer iss mei kie?" (sie spricht rudimentäres Englisch), ruft über's Festnetz ihr Handy an, um es zu finden, verquasselt sofort die Prepaidkarte, die ich ihr gekauft habe, verfolgt gespannt eine schwachsinnige Serie im TV, liest dumme Liebesromane, raucht und trinkt zu viel, schlurft wie ein Elefant durch die Gegend, aber ich liebe sie....
Im Internet Cafe lässt sie meine Blog-Einträge von www.translate.ru übersetzen, das Wort für "Trampeltier" zurückübersetzt ins Englische bedeutet: "Kamel mit zwei Höckern".
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Im Cafe Aquilon Ex-Kolleginnen von Nuria getroffen
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29.6.07
Ein Tag vor'm großen Tag auf'm Bazar: Autowäsche, Familienbetrieb, Mutter ist Chefin, Söhne schrubben, kostet 2,50 Euro, für außen und innen, ich gebe 3.
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Abends Gegenbesuch bei Elmurat, er war beim Frisör, Mitte seiine Frau, Nuria hält das "Album des Grauens" hoch: Ungefähr eine halbe Stunde (es schien mir viel länger) musste ich mir Fotos aus seiner Militärzeit auf einem sowjetischen Kreuzer ansehen. Ich bete ja nur sehr selten, aber hier habe ich: "Lieber Gott, lass bald die letzte Seite kommen..." Es war scheinbar die beste Zeit seines Lebens.
Aber es gab leckere Salate und Obst, richtig perfekte Hausfrau, die gute Gulbachar (Frühlingsblume). Sie haben 2 Mädchen, ein Sohn ist geplant, Gulbachar ernährt sich gesund, und jeden Abend - sofern er nicht zu betrunken ist - arbeiten sie daran. Sind sehr liebe Menschen, wir dürfen jederzeit vorbeikommen, Anmeldung nicht nötig, das sei hier so Sitte. Allerdings - mmh - gilt das dann auch umgekehrt....
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30.6.07
So ein Auto-Bazar ist eine feine Sache: Man hängt rum, trinkt Tee, quasselt mit den Interessenten, schaut sich die anderen Karren an, vergleicht die Preise, vorm Bus kleiner Flohmarkt mit den Klamotten, die ich nicht zurück nehmen kann - sogar Nuria macht es Spass, den Typen die Vorzüge meines Busses vorzuführen.
Gegen Nachmittag wird es ruhig, für 11,5 Tausend Euro hätten wir den Bus verkaufen können, ich hatte mit maximal 10 gerechnet (6,5 hat er gekostet), ich hab ihn für 14,5 angeboten, nun wird er voraussichtlich morgen (Sonntag) für 12 bis 13 Tausend weggehen. Da könnten wir eigentlich die Differenz (zwischen erwartetem und erziehltem Erlös) auf den Kopf hauen, z. B. in Strip-Teas-Bars oder so... zwei soll es geben in Bishkek....
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1.7.07
Bus nicht verkauft, vielleicht doch zu teuer, viele Konkurrenten heute, die kaufen lieber ältere Modelle, aber fast allen Kleinkram verkauft, nächstes Mal nehme ich mehr mit, Waschmaschinen z.B. sind sehr gefragt, leider Kamera vergessen, morgen Anzeige in Zeitung aufgeben...
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Nuria ist sauer, weil ich kürzlich die Disco "Ambassador" frühzeitig verlassen habe. Diese Ödmusik war mir zur Folter geworden. Meine Taktik, ins Bett gehen und schlafend stellen, die mit wütenden deutschen Freundinnen nie funktioniert hat - mit Nuria hat's geklappt. Zunächst legte sie sich schmollend neben mich - soweit bekannt als die Ruhe vor dem Sturm. Nun auf Fußtritte und Geschrei wartend, verging etwa eine Stunde, dann kam sie unter meine Decke gekrochen und sagte: "I love you". Da war ich sehr glücklich, so möchte ich behandelt werden: "Yes, baby, I love you too!"
Hilfreich war wahrscheinlich, dass wir nicht wirklich eine gemeinsame Sprache haben, und Geschrei ohne Sprache ist lächerlich. (Mit meinen heimischen Damen eskalierte die Situation, wenn ich auf das Geschrei mit Lachen reagierte.) Kann sogar sein, dass das die Grundlage unserer anhaltend guten Beziehung ist, da wir uns auf diese Weise nie richtig kennen lernen.
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Entweder die Müllabfuhr leert nur die Tonnen, oder die Leute können nicht zielen
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Müll? Oder okulter Versammlungsplatz trinkfreudiger Schamanen?
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Nurias jüngere Schwester Nella finde ich auch scharf, und ich glaube, sie mag mich auch, aber wir schauen uns nicht an, Nuria ist noch eifersüchtiger als meine letzte Freundin. Hätte nicht gedacht, dass.das noch überboten werden könnte! Heute habe ich Nuria 100 Dollar angeboten, wenn ich Nacktfotos von Nella machen darf. Kam nicht gut an.
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Nuria arbeitet heute, 24-Stunden-Schicht, ich darf 24 Stunden im Bett bleiben und nach Möglichkeit nicht existieren...
In den 24 Stunden verdient sie 180 Som, plus 200 bis 300 Som Trinkgeld, das entspricht einem Studenlohn von 30 bis 40 Cent und einem Monatslohn von 70 bis 90 Euro. Die Miete für eine Einzimmerwohnung beträgt 80 Euro. Da geht's mir ja noch ganz gut.
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7.7.07
Ein Datum zum Heiraten, auch noch Wochenende, die Kirgisen tuns auch, schon mehrere hupende Konvoys gesichtet, und gerade machen sie Feuerwerk...
Nuria und ich haben nicht geheiratet (ginge auch nicht, wir sind es bereits, aber mit anderen), wir waren wieder auf'm Autobasar, und Bus wieder nicht verkauft.
Das 'B' wird wie 'v' gesprochen, die 3 ist das 's' und das ‚P' ist ein ‚r': Avtobasar
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Kellnerin im Cafe auf'm Autobasar. Nuria ist es jedesmal schlecht, wenn wir da gegessen haben, mir nicht. Meine Schwester nannte mich schon als Kind "Müllschlucker".
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So sieht's hier aus....
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Der Hauptbahnhof wurde 1946 von deutschen Kriegsgefangenen erbaut. Ein Großteil der Gefangenen starb während der Bauarbeiten durch Hunger, Kälte, Überarbeitung und Krankheit und wurde in der Nähe der Baustelle verscharrt.
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Bin dann auch einfach auf den Gleisen gelaufen, Züge kommen im Schritttempo, ihr Horn klingt wie der Schrei eines Elefanten
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Nuria hat ab Montag 8 Tage frei bekommen, da werden wir den Autoverkauf verschieben und noch 'n bisschen durchs Land fahren. Heute bin ich allein los, mein Visum zu verlängern (Nuria muss 48 Std. arbeiten). Ich habe nicht angenommen, dass das funktionieren wird (kein Beamter kann Englisch), aber dank Hartnäckigkeit und gelegentlichem Anflehen (Erbarmen mit mir unwissendem, hilflosem Touristen!) und zufälliger Anwesenheit von sprachkundigen Besuchern, hab ich es geschafft - an einem Tag!
Zunächst wussten sie scheinbar nicht genau, wie das geht, wer es macht und ob eine Verlängerung überhaupt zulässig ist. Das liegt sicher daran, dass es so selten vorkommt. Ich sollte u.a. schriftlich erklären, warum ich länger im Land bleiben möchte. Eine Auflage, die einleuchtet: Sie verstehen nicht, wie es ein Europäer freiwillig länger als 4 Wochen hier aushält. Das sollte ich in Russisch schreiben, oder Freitag mit Nuria wieder kommen.
Ich gab nicht auf. Schließlich fand sich eine Beamtin, die verstand, was ich auf einen Schmierzettel geschrieben hatte: "I want to stay longer in Kirgistan, cos it's a wonderful country." Sie lächelte mich an, als hätte ich ihr ein persönliches Kompliment gemacht. Sie übertrug das handschriftlich ins Russische mit einer Art Briefkopf, und ich hab's unterschrieben.
Vorgestern in Disco "Ibiza". In Deutschland war ich seit 20 Jahren nicht mehr in einer. Hier sehe ich fast ausschließlich junge Frauen. Von dem Männeranteil gehört die Hälfte zur ninjaschwarzen Security, und die bleibt meist draußen vor der Tür. Das heißt, ich tanze allein mit einem Haufen überwiegend hübscher, junger Frauen.
Das "Ibiza" bietet außerdem Strip-Tease. Nuria hat sich erkundigt, wie das funktioniert. Wenn ich richtig verstanden habe, tanzt für 1000 Sum eine junge Dame auf der Tanzfläche und zieht sich dabei aus - bis auf den Slip. Möchte man mehr sehen, muss man für weitere 1000 Sum erstmal einen separaten Raum mieten. Die Getränke sind dort etwas teurer. Der Tanz der Dame kostet nochmal 1000 Som. Alles zusammen würde es mich etwa 50 Euro kosten. Das finde ich sehr teuer, bedenkt man, dass ich eine Hure für eine Stunde schon für etwa 4 Euro plus Taxi mit nachhause nehmen kann.
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Mein Lieblingsgerichte heißt: "gun-fun", und ich mag es nicht nur des Namens wegen. Es wird garantiert anders geschrieben, aber genauso gesprochen, es ist so ähnlich wie Plov, mit mehr Gemüse und nicht so ölig und sei das Nationalgericht der Donganijener, einer ethnischen Minderheit, eine Mischung aus Arabern und Chinesen, wenn ich recht verstanden habe.
Davon werde ich satt, es ist das einzige Gericht, das ich ohne Nuria bestellen kann, die "Jäwuschkas" (Fräuleins) verstehen mich nicht. Letzte Woche habe ich dafür (mit Tee und Brot) 72 Som bezahlt, heute 89 = 1,71 Euro...
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Heute morgen 7 Uhr steht eine alte Frau in geblümten Putzkittel und Schluffen vor der Tür (also vermutlich eine Nachbarin), zeigt mir ihr Feudel und redet muffelig auf mich ein. Ich nix verstehn, Nuria ist auf der Tanke. Sie schlurft an mir vorbei in die Küche und von da auf den Balkon und zeigt nach unten, und das Wort: "Zigarett" höre ich heraus. Aha, Nuria raucht immer auf dem Balkon und schmeißt die Kippen runter, und das Putztuch hat ein Brandloch, demnach wohnt die Dame also unter uns (gut kombiniert, was?). Ich hole ein paar Geldscheine und halte sie ihr hin. Will sie nicht. Aber was dann? Mehr davon? Ich biete ihr unser Schrubbtuch zum Tausch an, will sie auch nicht. Sie will in die Wohnung, ich stelle mich in den Weg. Will sie nur Unterhaltung? Aber wie sollen wir uns unterhalten? Sie schlurft dann wieder hinaus.
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13.7.07
Andre und Erika sind in Bishkek, gab viel zu erzählen, schöne Fotos vom Pamir geguckt, Erikas VW-Bus hat gelitten in Tajikistan: 2 x Ölwanne leckgeschlagen und ein Reifen geplatzt. Gibt wohl nur scheußliche Schotterpisten dort. Aber Auto läuft.
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14.7.07
Seit ich hier bin, frage ich mich, wer den Müll in Brand steckt, es stinkt häufig nach brennendem Müll. Direkt vor einem belebten Basar sah ich einen lichterloh brennenden Haufen. Heute habe ich gesehen, wer das macht: Die Müllabfuhr selbst! Sie sortieren das Brennbare gleich an Ort und Stelle aus, dann müssen sie es nicht in den Laster schaufeln. Vielleicht ist der Qualm, mit dem sie ganze Wohnblocks zunebeln, ihre Rache für die schwere, schmutzige Maloche, die wir ihnen zumuten.
Wenn wir in einem Cafe sitzen, kommt der Wind garantiert aus der Richtung, wo der Grill steht. Und alle Cafes haben einen Grill, manche haben nichts anderes als Shashlik. So bin ich hier oft von üblen Gerüchen umgeben, was mir zunehmend auf die Nerven geht. Muss ich deshalb so oft furzen? Nuria versucht nicht mehr, es mir abzugewöhnen (Boxhiebe u.ä.) und hat zum ersten Mal selbst einen lauten und würzigen gelassen, wofür ich sie gelobt habe.
Außerdem werde ich in den Cafes von Schlagermusik gequält. Am schlimmsten ist es in den teuren, dort gibt es Karaoke, das lieben die Kirgisen, und sie zahlen extra dafür, obwohl man sich dabei kaum noch unterhalten kann. Über die Römer wurde gesagt: "Überall, wo sie hinkamen, haben sie gebadet." Über uns wird man sagen: "Überall, wo sie lebten, war Lärm, Müll und Gestank." Luise Rinser sagt dazu: "Alles ist Musik, vielleicht steigt unser Erdenlärm als Musik auf in die Sphäre der himmlischen Ohren."
Und die himmlischen Ohren rufen verzweifelt: "Stellt das ab, stellt das ab!" Aber wir hören es nicht, weil es zu laut ist hier.
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15.7.07
Erika und Andre sind wieder auf Achse, besorgen sich noch paar Ersatzteile, dann weiter Richtung Kasachstan, Russland und Mongolei... ganz vergessen, letztes Foto zu mahen...
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17.7.07
Gestern war Montag, der Tag, an dem Nuria frei haben sollte, und wir losfahren wollten, aber der Chef befahl, sie muss noch eine 24 Std. Schicht dranhängen, also wieder 48 Stunden am Stück. Nach 30 Stunden rief sie an, es gehe ihr gut, ich wäre reif für die Klappse (nach.einem missglückten Suizid-Versuch).
Heute könnten wir fahren, aber heute hat Nurias ältere Schwester um ihren Besuch gebeten, und wenn die ältere Schwester um etwas bittet, ist das ein Befehl. Die jeweils jüngere ist der Sklave der älteren. Als Nurias jüngere Schwester Nella bei uns zu Besuch war, musste sie spülen und Nuria die Zigaretten bringen (ich hatte auch ein paar Wünsche, aber ich gehöre nicht zur Familie). Dafür kann Nella zuhause ihre 2 jüngeren Geschwister rumkommandieren. Nur der Jüngste hat Pech, der hat niemanden mehr unter sich.
Nuria will mich nicht heiraten, ich sie auch nicht, aber wenn wir wollten, sagt sie, ginge das. Zwar nicht standesamtlich, aber vorm Imam, obwohl wir beide ja noch mit anderen Partnern verheiratet sind. Ich sage: "ICH kann das, wäre ich Moslem, aber du nicht, du bist ein Frau." Doch, sagt sie, hier ginge das.
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Mal was "künstlerisch Wertvolles" von meiner Liebsten gemacht...
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