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Reise 2007

Türkei





9.4.07

Kara Hassan heißt der Kerl in seiner Oto-Elektrik-Bude in Edirne. Erika macht ihm leckere Dinkel-Gemüse-Burger, und dann will er für 4 Stunden Arbeit am Anlasser und an der Lichtmaschine 500 Euro haben. Wir bieten 100, worauf er die Polizei holen will. Hätte er mal machen sollen! Vielleicht hätte ich mein Handy zücken sollen und so tun, als sei ich mit dem Polizeipräsidenten von Edirne verbunden. Mit 165 ist er dann einverstanden, immer noch viel zu viel. Zum Abschied gibt er Erika 2 Wangenküsse - Blödmann!




Meine beiden Mitfahrer haben mir inzwischen Pinkelverbot auf unseren Schlaf- und Rastplätzen erteilt. Ich benutze das Waschbecken im Bus auch als Urinal, und das Wasser läuft direkt unten raus. Muss also ab jetzt wie ein Aussätziger einen Mindestabstand zu den anderen Autos einhalten oder draußen pinkeln...






10.4.07

Nachts bis Uzunköprü gefahren, auf einem Ascheplatz in der Nähe einer Militärstation geschlafen. Morgens macht Andre Gymnastik, Erika Sonnentanz und ich heimlich in mein Becken.

Unsere beiden LKW brauchen bei 80 kmh, Windschattenfahren und Bergrunterrollenlassen unter 10 Liter Diesel auf 100 km (meiner 9,2). Das tröstet uns über die unverschämten Mautvorderungen in Serbien hinweg. Sie stuften uns in die höchste Kategorie. Allein für Serbien haben wir pro Auto 78 Euro bezahlt. In Bulgarien sollen wir die Vignette für Autos über 3,5 t kaufen (34 Euro). Wir belabern den Typen: das seien Wohnmobile und keine LKW und lägen gewichtsmäßig darunter (gelogen!). Er gibt nach, und wir zahlen jeder 5 Euro. (Insgesant von Tschechien bis Türkei: 105 Euro)






Haben Karten auf CD für Zentral-Asien dabei, aber wissen nicht, wie man sie in unser GPS installiert. Die hinterlegte Weltkarte zeigt außerhalb Europas nur noch Hauptrouten, und von der Mongolei nur noch die Staatsgrenze.






14.4.07

Der erste Schlafplatz fern von Straße und Ortschaft - und gleich ein supertoller: Auf einem Plateau über dem Tal des Sakarya-Nehri, mit Weitsicht auf Berge in alle Richtungen. Eine geeignte Kulisse für einen Karl-May-Film. Wir haben Wind und Geruch nach Thymian um die Nasen. Von fern hören wir Frösche, Hundegebell und das Gejammer des Muezins - zusammen eine schöne Nachtmusik. Erika macht ein Lagerfeuer und trommelt und singt dazu.

Wir drei passen gut zusammen: Ein sportlicher Computerfachmann, eine Indianerin und ein... öh, mh... ich. Jedenfalls haben wir uns viel zu erzählen, wir kommen kaum vorwärts...






17.4.07

In Deutschland ist Sommer, wie ich höre, hier werden die Nächte von mal zu mal kälter, je weiter wir in den Osten der Türkei kommen. Wir haben Schneeregen, der über der Straße verdunstet und streckenweise einen dichten Nebel bildet.

Was bin ich froh, dass ich bei dem Wetter für das kleine und große Geschäft nicht aus dem Bus raus muss (wie meine Gefährten, aber ich habe es ihnen vorher gesagt!)






Grenze Iran: Im Murat-Camping am Ishak-Pasha-Saray in Dogubayazit arbeitet ein Deutscher namens Jürgen, von dem wir nur falsche Informationen bekommen, z.B. behauptet er, man bekomme ein Carnet an der iranischen Grenze schon für 20 Dollar. Gelogen!






Ich war am Ishak-Pasha mit Mr. Hossein verabredet, der mir an der iranischen Grenze hilft, das Carnet zu bekommen. Trotzdem brauchen die Herren 5 Stunden, um 3 DINA 4 Seiten zu füllen, wofür ich 150 Euro bezahle. Allerdings ist das Dokument nur für 7 Tage gültig. Was passiert, wenn sie bei der Ausreise feststellen, dass ich damit 30 Tage unterwegs war, konnte keiner sagen. Vielleicht eine Strafe, vielleicht auch nicht. Obwohl sich Mr. Hossein rührend um Touristen bemüht, sollte man das Carnet besser von zuhaus mitbringen.

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