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Reisetagebuch 2007 / Usbekistan, Teil 2 10.6.07 Auf dem Land
Sie haben zwei große Häuser, alle Räume mit Holzdecken, und ein Grundstück, auf dem sie Tomaten anbauen. Aber mein mobiles Haus ist ungefähr doppelt so viel wert wie ihr ganzes Anwesen.
Es gab natürlich Plov 11.6.07 Fette faule Hure
Mit diesen Leuten war ich am Wochenende an einem Stausse bei Tashkent. Voll das Leben: essen, saufen, quatschen, lachen.... meistens geht es um Mädels und Sex, sagt A.
Auf diesem Ofen haben sie einen Gemüse-Eintopf zubereitet, dauerte zwar einen halben Tag, schmeckte aber sehr gut. Gegen Mitternacht fuhren 3 zurück nach Tashkent und brachten 2 Huren mit. Ich war schon im Bett, als sie mir eine in den Bus schoben. Sie heiße Nargisa (!) und sei die molligere von den beiden. Sie machte sich dann mit eifrigem Ernst (‚Lass uns die Sache mal rasch hinter uns bringen') an die Arbeit. Für mich war's eher amüsant als geil. Sie schlief dann im Bus auf dem Boden. Im Halbschlaf hörte ich, wie die Schiebetür mehrmals auf- und zuging. Später haben sie mir erzaehlt, die anderen hätten ihr den Slip ausgezogen und versucht, sie zu besteigen, sie sei aber nicht wach geworden.
Am nächsten Tag sah ich, mit wem ich in der Nacht Sex gehabt hatte. Mein Freund übersetzte, was mir nicht gefallen hatte. Sie sagte, sie wolle mich zum Ausgleich massieren. Sie hockte angezogen neben mir, knetete gelangweilt Rücken und Arme und gähnte dabei. Danach schlief sie auf dem Tabshan und wachte erst zum Mittagessen wieder auf. Ich habe sie genannt: meine fette, faule Hure.
Das ist Kamila, die Freundin vom Koreaner, sie hat mal als Model gearbeitet. Seine Frau rief an von zuhause (mit 2 Kindern) und fragte besorgt, ob wir etwa irgendwelche Frauen dabei hätten. Nein nein, sagte er, mach dir keine Sorgen....
Das ist Anuta, Koljas Freundin. A. sagte zu ihr, sie habe schöne Brüste, aber meine Bitte um ein Aktfoto hat er nicht übersetzt. BH heisst: Schlemm = Helme
Nosim und die andere 12.6.07 Taxi in Usbekistan und ein Campimgtisch
Nasiba (links) ist 22 geworden, der Herr daneben ist Taxiunternehmer. Um Taxiunternehmer zu werden, braucht man nichts weiter als einen Führerschein und ein Auto (er hat einen Daewoo Matiz, kaum größer als ein Trabi). Kein Gewerbe anmelden, keinen Personenbeförderungsschein, kein Taxameter, nichtmal ein Dachschild. Er fährt in 12 Stunden etwa 250 km und verdient etwa 400 Tausend Sum pro Monat (235 Euro). Davon kann er eine Eigentumswohnung kaufen und eine Familie ernähren. Ich sage, ich fahre Mercedes E-Klasse, habe Datenfunk und GPS, fahre in einer Schicht ca. 70 km und kann mir weder eine Eigentumswohnung noch eine Familie leisten, aber eine Reise im Wohnmobil durch Zentral-Asien.
Bin nun Besitzer eines usbekischen Campingtisches, ein ‚Skladnoj Stolik', eigentlich ein Cafetisch für Kinder, kostete 30 Tausend Sum (18 Euro). Die Beine kann man abziehen und unter dem Tisch einklemmen. Ein Klapptisch wie wir ihn kennen, gibt's nicht in Usbekistan. Um obigen zu finden bin ich 2 ˝ Stunden durch Tashkent gelaufen, bzw. von Dennis in seinem Lada Jigguli von einem Geschäft zum anderen gefahren worden. Vor jedem Start musste er Wasser nachfüllen, Verbrauch vermutlich 1 Liter pro Kilometer. Dennis ist Verkäufer in dem Möbelgeschäft, das ich als erstes aufsuchte. Sein Chef schickte ihn los, für mich einen passenden Tisch zu finden.
Lada Jigguli Ich sagte ihm, wofür ich den Tisch brauche, und dass ich in einem LKW wohne. Den wollte er sehen. So hatte ich ein Taxi umsonst nach Hause. Wir haben den Tisch vor meinem ‚Haus' mit Fruchtsaft, Bananen und Bruce Hornsby aus dem Walkman eingeweiht. Für den Rückweg habe ich ihm eine Flasche Wasser mitgegeben.
‚Mir' heißt dieser Fruchtsaft, heißt aber auch "Welt" und "Frieden"
Das sind die Frauen, die meinen Parkplatz sauber halten, vielen Dank, ihr Lieben!!
Bushalte in Tashkent: Ob ich ein Foto von ihnen machen darf, frage ich die Mädchen gestenreich, ja, darf ich, ach, sind sie nett, und ach, wär ich nochmal zwanzich!
Die hab ich vom Bus aus geschossen, ach..... Die Ampel ist blau Für Grün sagen die Usbeken Blau, also: "Die Ampel ist blau", wenn sie grün zeigt, oder: "Wir hatten einen blauen Himmel und darunter eine sehr, sehr blaue Wiese." Auch für grünen Tee sagen sie "Kok Chay" (Kok = Blau). Viellecht sind Usbeken farbenblind, dachte ich. Aber es gibt ein Wort für Grün: "Yashil", es sagt bloß keiner. Kaum zu glauben, aber Abduwachid sagt, das sei wahr, vielleicht verarscht er mich auch, woher soll ich das wissen? Auf jeden Fall waren alle blau auf Sorayos Geburtstagsparty (außer mir, ich habe zu meiner Überraschung erfahren, dass Fahren mit Alkohol verboten ist, seit Juni gibt's sogar die Gurtpflicht), zuerst im Restaurant Karawane, dann in der Disco Katakombe:
Sorayo (rechts) hat Geburtstag
In der "Katakombe"
Links typisch Deutsch / rechts typisch Usbekisch: man macht sich das Leben nach Kräften unbequem, z. B. endlose, befestigte Mittelstreifen, und kommt endlich eine Durchfahrt, ist das Wenden verboten, keiner weiß warum, und genau dort steht natürlich ein Polizist. Gestern habe ich Abduwachid fahren lassen, er hat erst ein halbes Jahr einen Führerschein. Prompt fährt er bei Rot über eine Ampel, obwohl ich es ihm noch zugerufen habe. Und natürlich steht neben der Ampel ein Polizist. Nach langen Verhandlungen draußen, setzt er sich wieder ans Steuer und sagt: "Mein Führerschein ist weg." Und fährt los. Der Polizist hat ihm eine Art Ersatzführerschein gegeben, mit dem er nach Hause fahren darf. Morgen will er den Administrator seiner Firma zur Polzei schicken, der hat gute Beziehungen, der kriegt ihn zurück. Er hätte dem Polizisten auch 10 Tausend Sum (6 Euro) geben können, dann hätte er ihn gleich behalten können. So geht das in Usbekistan. 20.6.07 Heute Morgen Visum für Kirgistan beantragt, und nach 30 Minuten hatte ich es im Pass. Der Konsul hat sich sogar an mich erinnert vom letzten Jahr. Morgen kann ich also rüber ins kühle Bergland, und wenn nichts dazwischen kommt, bin ich morgen auch dort.
Umgeknickter Baum vor der kirgisischen Botschaft, die Kreuzung war nicht mehr passierbar, alle Kabel waren abgerissen... |