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Reise 2009
Iran
29.4.09
Ich möchte an der Grenze eine Dieselkarte kaufen. Ich kenne das Problem von der letzten Reise. Zapfsäulen funktionieren nur mit Karte. Aber sie haben keine. Es sei kein Problem, sagen sie, wir bekommen überall Diesel.
Verkehr in den Städten ist schlimmer geworden, habe Angst zu ersticken. Sehe bereits viele Iraner mit Atemschutz rumlaufen. Passt sehr gut zur schwarzen Vermummung der Frauen.
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Erste Schlafplatz im Iran. Supertoll war's! Ringsherum weite Sicht übers Land. Kann man mit Foto gar nicht zeigen....
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30.4.09
Der erste iranische Anhalter war nach wenigen Minuten eingeschlafen....
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Natürlich haben wir wieder das Problem mit der Dieselkarte. Dieser Mann nutzt unsere Not schamlos aus. Er verlangt für den Diesel aus seinem Hinterhof-Tank 1000 Rial pro Liter. Nun gut, immer noch billig: 1000 Rial sind ca. 8 Cent. An der Tankstelle kostet der Liter 165 Rial = 1,28 Cent.
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Wenn wir so Leute sehen, halten wir sie an für einen Plausch. Das z.B. ist James aus England. Er ist dabei, den Weltrekord für die Erdumrundung auf dem Fahrrad zu brechen, von bisher 190 auf 180 Tage. Wir sahen ihn schon in der Nacht zuvor in der Türkei. Er hat uns also überholt! Jetzt haben wir ihn aufgehalten, und er wird womöglich wegen uns seinen Rekord nicht schaffen.
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Der zweite Schlafplatz, ähnlich wie der erste....
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1.5.09
Der Dritte von links ist Ali. Er spricht gut Deutsch und rettet uns aus unserer Dieselnot. Er schreibt 2 Briefe mit Stempel und Unterschrift. Damit könnten wir nun an jeder Tankstelle ohne Karte und zum normalen Preis Diesel bekommen, sagt er. Auf der ersten Tanke klappt das auch, Ali ist dabei, bezahlt sogar den Diesel und lädt uns danach zum Frühstück ein.
Ich hatte bereits vor, den Brief ins Internet zu stellen, damit andere auch davon profitieren. Aber auf der nächsten Tanke macht sich der Tankwart nichtmal der Mühe, unseren Brief auch nur anzuschauen. Ohne Karte kein Diesel! Vielleicht kann er nicht lesen? Bekommen aber dann doch Diesel, wenn auch zum doppelten Preis, also ca, 3 Cent pro Liter.
Eine Frau aus Recklinghausen, die wir an der Grenze trafen, und die 2 Wochen allein in ihrem Dukato-Womo durch den Iran gefahren war, hatte uns bereits gewarnt. Sie habe Diesel nur bekommen, wenn sie den Typen was auf der Gitarre vorgespielt habe. Leider vergessen, ein Foto von ihr zu machen.
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Die Drei kommen aus Antalya. Ungewöhnlich für Türken, mit dem Fahrrad zu reisen, obendrein noch mit einer Frau.
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Gewisse Unterschiede in der Tracht...
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2.5.09
Ich finde, Leon guckt zu oft unter sein Auto, immer entdeckt er was, was kaputt gehen könnte oder schon ist. Ich guck unter meinen lieber nicht so genau.... oder lasse gucken.
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Ein richtiger LKW sollte aussehen wie die alten Mack: lange Schnauze, schmale Fenster, große Räder, schwarze Wolken aus dem Auspuff....
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3.5.09
Der zweite Anhalter roch nach frisch Geschlachtetem, wahrscheinlich war da Sowas in dem dicken Sack zu seinen Füßen. Er fummelte in der Türtasche rum, aber ich hab genau aufgepasst.
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Die haben wir in einem Restaurant getroffen, alle konnten Englisch, sie arbeiten beim TV-Sender als Reporterinnen, der Typ zu meiner Rechten ist offenbar ihr Aufpasser....
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Manche Wohnviertel sehen aus wie antike Ausgrabungsstätten....
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4.5.09
Im Hotel in Esfahan treffen wir u. a. Yves Butzberger aus der Schweiz, sehr sympathischer Mensch, mit seiner noch sympathischeren Frau aus Süd-Korea. Sie heißt InAe, das A groß geschrieben.
Leon ist mit dem Reisebus nach Teheran gefahren, um das turkmenische Visum zu beantragen und sich die Stadt anzusehen. Ich sitze in der Mercedes-Werkstatt in Esfahan. Habe hier relativ schnelles WLan, Strom und freundliche Leute, die scheinbar alle nix zu tun haben. Der eine installiert neue Programme auf sein Laptop. Eine hübsche Dame löst Kruezworträtsel, die andere legt ihren Kopf auf den Schreibtsich. Werde sie wohl mal mit meinem Düdo beschäftigen....
Ein LKW-Fahrer spricht mich im Empfamgsraum an, und er spricht erstaunlich gut Englisch. Er sagt, er besuche einen Kurs und höre während der Fahrt in seinem Axor Lektionen von CD. Ob ich englische Musik auf meinem Laptop habe, will er wissen. Woraufhin "Tabacco Road" von David Lee Roth durch den Raum schallt, was er, glaube ich, nicht so toll findet. Zweimal zeigt er das Foto seiner Frau auf seinem Handy. Er liebe sie über alles. Ich tät meine Freundin auch lieben, sage ich und zeige ihm und einer Angestellten eine Reihe Fotos von Nuria. Eins davon muss ich hastig weiterklicken und habe mich entschuldigt, aber es scheint ihm besser zu gefallan als Tobacco Road.
Nachher zeigt er mir seinen Axor und ich ihm mein Wohnmobil. Nun unter vier Augen steckt er mir einen USB-Stick hin und fragt nach englischen Filmen. "Unfortenately" hätte ich aber nur Hardcore-Pornos dabei. Ob er verstehe, was ich meine? Jaja, das wär ok, sagt er. Habe ihm also den Stick vollkopiert mit schönen Filmen aus meiner Sammlng.
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6.5.09
Bin gerade überfallen worden. Unweit der Mercedes-Werkstatt. Wollte was einkaufen für den Abend. Drei Typen gaben sich als Polizisten aus, und ich Blödmann bin in ihr Auto gestiegen. Davor hatte mich Leon noch vor kurzem gewarnt. Im Auto haben sie mich angegriffen, der eine hat mir sogar an den Sack gegriffen. Ich sah mich schon tot aus dem Auto fliegen. Im Handgemenge ging meine Brille verloren, und sie haben mir Kamera und Geldbörse geklaut. Sind eben nicht alle Perser nett und freundlich.
Fazit: Ich lebe noch, bin sogar unverletzt. Habe als Ersatz eine uralte Brille dabei, mit der ich kaum besser sehe als ohne. Fotos kann ich erstmal nicht mehr machen, vielleicht kaufe ich eine neue. In der Geldbörse waren einige Rial-Scheine, umgerechnet etwa 30 Euro. Leider auch die EC-Karte, mit der sie hier nichts anfangen können. Aber ich brauche sie in Zentral-Asien. Dann ist der nationale Führerschein und die Kfz-Zulassung weg. Zum Glück haben sie mir den Pass gelassen. Ohne Pass hätte ich heimfahren können. Also nochmal Glück gehabt!
Leon und ich haben uns dann abends zufällig auf der Straße wiedergetroffen, ich war sehr froh, ihn wieder um mich zu haben. Er ist zwar nur halb so alt wie ich, und er findet bestimmt so einiges merkwürdig an mir, aber wir verstehen uns immer besser.
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Nochmal ein Beispiel dafür, wie wir hier behandelt werden: Ich stecke mit dem Bus in Esfahan im Stau. Neben mir geht die Scheibe runter und ein Perser ruft lächelnd zu mir hinauf: "Where you come from?" Dann: "Welcome in Iran, we are very happy to see you in our country!"
Gerade habe ich 2 Typen auf der Straße nach einem NetCafe gefragt. Sie haben mich dann gleich hingeführt. Unterwegs plauder plauder, und ich sage, dass mir die Iranerinnen so gut gefallen, z.B. die beiden, die gerade vor uns laufen. Er hält sie an und sagt ihnen, was ich gesagt habe, und die beiden bedanken sich für das Kompliment und lächeln und sind wirklich superhübsch. Nun fehlte die Kamera, aber die eine hat versprochen, mir ein Foto zu schicken.
Dann sitze ich im NetCafe, und neben mir wieder zwei nette Iranerinnen. Die eine studiert Englisch, und ich kann endlich mal fragen, warum eigentlich der Fluss kein Wasser hat. Scheinbar gab es eine Trockenperiode, und sie haben den Damm zugemacht. Ich war ja schon 3 x hier, und immer war der Fluss randvoll und hatte starke Strömung. Gerade bin ich zu Fuß durch das Flussbett gelaufen.
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7.5.09
Das ist ein Geheimnis: Am Boden von Leons T3 hat sich nach und nach ein Kreis gebildet, er wird von Tag zu Tag etwas stärker, aber Leon weiß nicht, woher das kommt, es ist sowas wie die Kornbilder in England....
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Iranische Werkstatt.....
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Bunt angemalte Küken auf dem Vogelbasar in Esfahan. Die sind nicht ausgestopft, die sind lebendig, warum sie angemalt werden? Sieht netter aus wahrscheinlich.....
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8.5.09
Im Restaurant auf dem Weg nach Marvdasht....
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Wir sehen eine riesige Herde mit Packeseln und großer Familie, Frauen auf Eseln, einige Pickups transportieren Gerätschaften..... Ich schätze, es sind über 1000 Schafe und Ziegen, Leon schätzt sie auf 400. Bei ihrem Anblick habe ich einen Kloß im Hals, Tränen in den Augen, aber nicht, weil ich so leben möchte - ich habe da so meine eigene Theorie, warum mir ihr Anblick solche Gefühle macht.....
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Er ist bis Marvdasht mitgefahren und hat uns dort zum Kuchenessen eingeladen, anstatt uns zu einem Internet Cafe zu führen....
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In Marvdasht haben wir diesen Hof mit Düdos gefunden, schöner Auspuff....
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Die haben uns dann aus der Stadt gelotst, sie gebärden sich erst wild, sind aber alle total nett....
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9.5.09
Iranische Autowerkstätten können wir nicht empfehlen. Sie gehen meist planlos vor, erstmal machen, und nicht vorher überlegen. In der Mercedes-Werkstatt in Esfahan haben sie an meinem Benz mehr kaputt gemacht als verbessert. Sie machen da sowieso kaum was anderes als Ölwechsel. Auspuff und Elektrik mussten andere machen. Selbst der Ölwechsel ging schief: sie haben 1,5 Liter zu viel reingekippt, obwohl ich ihnen vorher gesagt hatte, wie viel da reinpasst. Seitdem hat der Motor ein Leck, und es stinkt nach Öl beim Fahren. Werde das aber nicht im Iran machen lassen.
Die Motorhaube haben sie mit Gewalt zugedrückt, statt mal zu gucken, wie das funktioniert. Seitdem steht der Deckel auf einer Seite leicht auf, und der Zug zum Öffnen ist schwergängig. Grrrr....
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10.5.09
Zwischen Persepolis und Harat gibt's diesen Salzsee: Daryacheh-e Tashkt, wunderschön..... Man kann nicht weit reingehen, sonst versinkt man wie in einem Sumpf.
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Dieser Anhalter konnte nicht verstehen, dass ich ihn nicht verstehe, irgendwann gab er auf, auf mich einzureden, vielleicht dachte er, der kann nicht sprechen, der ist zu blöd dafür...
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In einem Lebensmittelalden in Abadeh-Tashkt spricht uns Rualla an (neben Leon), er ist Englisch-Lehrer, die anderen seine Schüler, alle zusammen führen uns zu einem Internet Cafe. Dort zeige ich ihnen Fotos von Nuria. Im Iran dürfen die Jungs keine Freundinnen haben, sagt Rualla, und flüstert mir ins Ohr: "They musturbate". Aber das ist natürlich auch verboten. Ich sagt, ich tue es jeden Tag, und in Deutschland sagen die Ärzte, es sei gesund. Das übersetzt er seinen Schülern, worauf großes, freudiges Geschrei folgt.
Als Leon mit seiner Internet-Sitzung fertig ist, stellt Rualla ihm die Frage aller Fragen: "Do you musturbate?" Das hatte nichtmal ich ihn bisher gefragt. Jetzt weiß ich es.
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Manchmal mag ich nicht einschlafen, ich möchte noch ein bisschen länger grlücklich sein, besonders auf solchen Schlafplätzen ist das so....
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11.5.09
In Harat ist es dann mal wieder soweit: Auspuff abgerissen zum dritten Mal!
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Mechdi heißt der Auspuffbudenbesitzer, er war mir sofort sympathisch. Er hat es bestimmt jetzt richtig gemacht. Für 2 Std Arbeit habe ich 5,50 Euro bezahlt. Er und sein Freund luden uns dann zum Essen bei sich zuhause ein, war uns sehr recht, wir hatten gerade viel Hunger. Es gab endlich wieder "Sab-si", das ist ein Teller mit Kräutern, frisch aus dem eigenen Garten gezogen, daher nicht in Restaurants zu bekommen. Minze z.B. Das schmeckt super, kein Vergleich mit Grünzeug aus einem deutschen Supermarkt. Letztendlich sind wir dann den ganzen Tag bei Mechdi geblieben. Ich glaube, Leon war etwas genervt....
Mechdis Haus ist so eins, das mich an antike Ausgrabungsstätten erinnert....
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Im Haus sieht es so aus, sauber und gemütlich....
Mechdi kann nicht nur Auspuffe reparieren, sondern auch malen, das finde ich wirklich sehr beachtlich. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn sehr gut leiden kann. Verständigung war leider gleich Null. Aber er sagte darauf: "I love you!" Wir haben auch ein paar Wörter gelernt: "Hehli Hub" heißt "sehr schön", das sagen wir, wenn sie uns fragen, wie wir den Iran finden. Für "Wie geht's?" kann man "Hubbi?" sagen. Und ein paar schöne Ortsnamen haben wir gesehen: "Shid Abad" (Abad = Stadt) und "Bighash". Drogen sind natürlich auch verboten, aber.....
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Das ist außerhalb von Harat, da wären wir gern für die Nacht geblieben, aber Mechdi hatte uns eingeladen, vor seinem Haus zu schlafen, und er wäre sicher beleidigt gewesen, hätten wir es abgelehnt.
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12.5.09
Vor einem Geschäft in Harat.... Von Persepolis bis hierher sind es geschätzte 200 km, dafür haben wir 2 Tage gebraucht, aber wir haben ja viel Zeit....
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Brotbäckerrei in Harat.....
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13.5.09
Hotel Safaiyeh in Yazd. Wir haben die besten Zimmer, nämlich draußen auf dem Parkplatz für 50.000 Rial pro Persom = 3,80 Euro. Wir dürfen die Toiletten benutzen, aber nicht duschen. Ich hätts nötig: in 34 Tagen 2x bisher.
Sitze im Restaurant des Hotels und schreibe ins Tagebuch: "Hier könnte sich vielleicht eine Iranerin im Vorübergehen in mich verlieben", und schon stehen 2 junge Iranerinnen neben mir und fragen, woher ich komme. Habe sie gleich eingeladen, sich zu mir zu setzen: Shirin und Nagin. Shirin fragt, ob ich Professor bin. Ich weiß, mit der Ersatzbrille sehe ich so aus, bleibe aber bei der Wahrheit. Daher sind sie meiner Einladung für den Abend nicht gefolgt.
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16.5.09
Hab mal gelesen: Man kauft den Bettlern ein Stück vom Paradies ab, wenn man ihnen was gibt. Ihr habe ich 500 Rial gegeben (4 Cent), wird also nicht sehr groß sein, was ich da erworben habe.....
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Der dunkelste Schlafplatz, den ich je hatte. Kein Licht mehr um uns in der Nacht, nur noch Sterne, und in jeder Nacht haben wir mehrere Sternschnuppen gesehen....
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18.5.09
Inzwischen mehreren kleinen Herden begegnet, Leon ist glücklich.....
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Die haben wir in Khor auf einer Tankstelle getroffen. Ich dachte, es seien Touristen, aber sie sind Iraner. Die ältere Dame spricht gut Deutsch, lebte mal in München, jetzt in Vancouver. Der Herr rechts betreibt wohl ein Hippie-Guesthouse in einem Wüstennest namens Garmeh, von dem wir bereits in Esfahan hörten. Der Einladung dorthin sind wir nicht gefolgt, war uns zu weiter Umweg...
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Aber sie haben uns in ihren Geländewagen zu einem Schlafplatz in der Wüste geführt, nördlich von dem Dorf Mest, in der Karte heißt es Mesr.
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19.5.09
Morgens zurück nach Mest mit echtem Off-Road-Feeling
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Fußbad in einem Wassertümpel mit Salzboden. Füße waren danach wie ölverschmiert, und das klebrige Zeuch geht nicht mehr ab...
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Die nächste Nacht stehen wir kurz vor Damagan, ein Platz, den ich wiedererkenne, da standen wir 2007 schonmal, wir sind aber diesmal ein bisschen weiter in die Wüste reingefahren....
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21.5.09
In Marmasand, etwa 30 km vor Teheran. Hier wohnen mein alter Freund Sirous und Salame, um deren Hand ich anhalte. Für ein Foto darf ich schonmal ihre Hand halten, aber wie die glückliche Braut sieht sie nicht gerade aus. Leon hat sie gefragt, ob sie mit 15 überhaupt schon heiraten darf im Iran. Hat sie aber nicht verstanden. Sie kann weder Englisch noch Deutsch. Sirous sagt, manche heiraten schon mit 13.
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Die Drei haben wir eingeladen zum Pizzaessen: Leila, Susann und .... Name vergessen. Das Foto hat der Pizzabäcker gemacht. Um diesen interessanten Bildausschnitt hinzukriegen, mussten wir lange Zeit lächelnd Modell sitzen. Pizza sprechen sie wie "Piesa" aus, wie der schiefe Turm.
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25.5.09
Leon bekommt kein Visum für Turkmenistan, und da ist eigentlich kein anderer Weg nach Usbekistan. Glücklicherweise haben wir noch eine Woche im Iran und können was anderes planen. Möglich ist, durch Afghanistan zu fahren, von Herat über Mazar Sharif nach Termez in Usbekistan.
Oder er fährt nach Baku in Aserbaidshan und dann mit der Fähre nach Kasachstan.
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26.5.09
Während wir in Mamarsand in einem Internet Cafe sitzen, wird Leons Bus aufgebrochen und seine teure Kamera geklaut. Für die Versicherung müssen wir Anzeige erstatten. In der Polizeistation sind wir die einzigen "Kunden". Zuerst dachte ich, dass die Frau, die neben uns sitzt, etwas Schreckliches erlebt haben muss, so sah sie jedenfalls aus. Vielleicht war ihr Sohn ermordet worden. Später höre ich, sie gehört zur "privaten" Polizei.
Keiner hat also was zu tun, hinten im Hof spielen sie Fußball, so konnen sie sich 4 Stunden ausgiebig mit unserem Fall beschäftigen. Ein Übersetzer wird geholt, den ich zuerst für den Täter halte. Er sieht aus wie ein "Sandler", wie die Ösis zu Pennern sagen. Ein uraltes, dünnes Männchen, seine nackten Füße stecken in viel zu großen, schmutzigen Halbschuhen. Er hinkt, weil ein Bein deutlich kürzer ist, und eine Schulter scheint irgendwie verkrüppelt zu sein. Er spricht tatsächlich Englisch und Deutsch, aber beides so wenig, dass er das meiste, was Leon ihm erklärt, sicher nicht versteht. Er sagt stotternd, die Polizisten werden den Täter am nächsten Tag fassen, und Leon bekomme seine Kamera zurück. Solche Wunder möchten wir natürlich allzu gerne glauben, aber wir wissen von Sirous: die Polizei macht gar nichts.
Leon muss seine Geschichte mindestens 3x vortragen, und jedesmal schreibt einer was auf einen Zettel. Für das Protokoll benötigt der Chef am Ende eine Viertelstunde. Mir schien, sie waren alle richtig froh, endlich mal mit einem echten Fall beschäftigt zu werden. Alles andere machen die Iraner wahrscheinlich unter sich aus.
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27.5.09
Nachdem wir fest entschlossen waren, zusammen die 900 km durch Afghanistan zu fahren, hat sich Leon nun doch anders entschieden. Er ist gerade in Teheran, um Visa für Aserbaidshan und Kassachstan zu besorgen. Das heißt, wir werden uns mal wieder trennen. Er fährt nach Baku und setzt mit der Fähre über nach Aqtau, dem kasachischen Hafen am Kaspischen Meer. Von dort nach Usbekistan.
Ich fahre wie ursprünglich geplant durch Turkmenistan, um am 4.6. in Buchara Su zu treffen, und irgendwann später werden wir Leon wieder treffen.
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31.5.09
Leon hat alle Visa, wir fahren heute Nachmittag in verschiedene Richtungen los. Er Richtung Baku, ich nach Osten Richtung Mashad. Ich schätze, wir werden uns frühestens am 20.6. in Tashkent wiedersehen, sofern nichts dazwischen kommt, wie z.B. eine geschlossene Grenze oder Ähnliches....
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3.6.09
Die Ausreise aus dem Iran iat schwieriger als die Einreise, ohne Helfer nicht zu schaffen. Mit denen habe ich aber üble Erfahrungen. Die Zöllner sind nett und wollen helfen, aber jeder kennt nur seinen eigenen Bereich, keiner weiß, was ich als nächstes machen muss. Für einen muss ich ein Formular ausfüllen., das ich draußen in einer Bude holen und dann kopieren muss. Das Original darf nicht beschrieben werden. Natürlich alles in persischer Schrift, und der Mann in der Kopierbude quält sich, mir zu erklären, wonach da gefragt wird. Die ganze Zeit schleicht einer der Helfer um mich herum, jerdezit bereit, eine Schwäche meinerseits zu nutzen und meinen Papierkram an sich zu reißen. Ich halte ihn wie einen Hund mit "Borro, borro!" (Hau ab!) auf Distanz. Das Unangenehme an ihnen ist, dass sie erst so tun, als gehören sie zum Personal und wollen mir unentgeldlich helfen. Wenn alles erledigt ist, verlangen sie plötzlich 20 Dollar oder mehr. Ein Beamter versteht Englisch, und ich sage (auf den Helfer zeigend): "I hate them", und er übersetzte es, was den Helfer aber nicht davon abhält, weiterhin um mich herumzuschleichen. Letztendlich dauert alles ein bisschen länger, aber ich schaffe es allein.
Während ich in der Halle darauf warte, dass mein Carmet abgestempelt wird, sehe ich ein Schwalbennest unter der Decke. Sie fliegen aus und ein und füttern ihre Jungen. Die Halle hat aber eine Automatik-Türe, und ich dachte zuerst, sie warten, bis einer dadurch geht. Aber sie machen es selbst. Sie fliegen an dem Bewegungsmelder vorbei, drehen eine Runde, bis die Türe offen ist und huschen dann nach draußen. Erstaunliche Leistung für ein Spatzenhirn!
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