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Reisetagebuch 2009 / Iran, Teil 3




11.5.09

Iranische Autowerkstätten können wir nicht empfehlen. Sie gehen meist planlos vor, erstmal machen, und nicht vorher überlegen. In der Mercedes-Werkstatt in Esfahan haben sie an meinem Benz mehr kaputt gemacht als verbessert. Sie machen da sowieso kaum was anderes als Ölwechsel. Auspuff und Elektrik mussten andere machen. Selbst der Ölwechsel ging schief: sie haben 1,5 Liter zu viel reingekippt, obwohl ich ihnen vorher gesagt hatte, wie viel da reinpasst. Seitdem hat der Motor ein Leck, und es stinkt nach Öl beim Fahren. Werde das aber nicht im Iran machen lassen.

Die Motorhaube haben sie mit Gewalt zugedrückt, statt mal zu gucken, wie das funktioniert. Seitdem steht der Deckel auf einer Seite leicht auf, und der Zug zum Öffnen ist schwergängig. Grrrr....



12.5.09


Von Persepolis nach Harat. Da gibt's diesen Salzsee: Daryacheh-e Tashkt, wunderschön..... (solche Namen kann ich nur noch mit Lupe lesen)




....man kann nicht weit reingehen, sonst versinkt man wie in einem Sumpf...




Dieser Anhalter konnte nicht verstehen, dass ich ihn nicht verstehe, irgendwann gab er auf, auf mich einzureden, vielleicht dachte er, der kann nicht sprechen, der ist zu blöd dafür...




In einem Lebensmittelalden in Abadeh-Tashkt sprach uns Rualla an (neben Leon), er ist Englisch-Lehrer, die anderen seine Schüler, alle zusammen führten sie uns zu einem Internet Cafe. Dort zeigte ich ihnen Fotos von Nuria. Im Iran dürfen die Jungs keine Freundinnen haben, sagte Rualle, und flüsterte mir ins Ohr: "They musturbate". Aber das ist natürlich auch verboten. Ich sagte, ich tue es jeden Tag, und in Deutschland sagen die Ärzte, es sei gesund. Das hat er dann seinen Schülern übersetzt. Worauf großes, freudiges Geschrei folgte. Als Leon mit seiner Internet-Sitzung fertig war, stellte Rualla ihm die Frage aller Fragen: "Do you musturbate?" Das hatte nichtmal ich ihn bisher gefragt. Jetzt weiß ich es.




Manchmal mag ich nicht einschlafen, ich möchte noch ein bisschen länger grlücklich sein, besonders auf solchen Schlafplätzen ist das so....




In Harat wars dann mal wieder soweit: Auspuff abgerissen zum dritten Mal!




Mechdi heißt der Auspuffbudenbesitzer, er war mir sofort sympathisch. Er hat es bestimmt jetzt richtig gemacht. Für 2 Std Arbeit habe ich 5,50 Euro bezahlt. Er und sein Freund luden uns dann zum Essen bei sich zuhause ein, war uns sehr recht, wir hatten gerade viel Hunger. Es gab endlich wieder "Sab-si", das ist ein Teller mit Kräutern, frisch aus dem eigenen Garten gezogen, daher nicht in Restaurants zu bekommen. Minze z.B. Das schmeckt super, kein Vergleich mit Grünzeug aus einem deutschen Supermarkt. Letztendlich sind wir dann den ganzen Tag bei Mechdi geblieben. Ich glaube, Leon war etwas genervt....




Mechdis Haus ist so eins, das mich an antike Ausgrabungsstätten erinnert....




Drinnen sieht es so aus, sauber und gemütlich....




Mechdi kann nicht nur Auspuffe reparieren, sondern auch malen, das Bild ist von ihm, das finde ich wirklich sehr beachtlich. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn sehr gut leiden kann. Verständigung war leider gleich Null. Aber er sagte darauf: "I love you!" Wir haben auch ein paar Wörter gelernt: "Hehli Hub" heißt "sehr schön", das sagen wir, wenn sie uns fragen, wie wir den Iran finden. Für "Wie geht's?" kann man "Hubbi?" sagen. Und ein paar schöne Ortsnamen haben wir gesehen: "Shid Abad" (Abad = Stadt) und "Bighash". Drogen sind natürlich auch verboten, aber.....




Das ist außerhalb von Harat, da wären wir gern für die Nacht geblieben, aber Mechdi hatte uns eingeladen, vor seinem Haus zu schlafen, und er wäre sicher beleidigt gewesen, hätten wir es abgelehnt.




Brotbäckerrei in Harat.....




Geschäft in Harat.... Von Persepolis bis hierher sind es geschätzte 200 km, dafür haben wir 2 Tage gebraucht, aber wir haben ja viel Zeit....



13.5.09


Da sind wir jetzt, gestern Abend angekommen: Hotel Safaiyeh in Yazd mit meiner Brille von 1975. Internet lesen geht nur mit "Strg +", mindestens 1x gedrückt....




Das Hotelrestaurant: ein kathedralener Innenhof mit entsprechendem Sound, die angemessene Umgebung für uns....




...und wir haben die besten Zimmer, nämlich draußen auf dem Parkplatz für 50.000 Rial pro Persom = 3,80 Euro. Wir dürfen die Toiletten benutzen, aber nicht duschen. Ich hätts nötig: in 34 Tagen 2x bisher.

Wir beide haben gute Stimmung. Leon schaut sich Yazd an, ich werde mal einen Frisör aufsuchen und mich danach wieder ins Hotelrestaurant ans Laptop setzen. Das sieht gut aus, wie ich da so sitze, findet Leon auch, wie ein reicher Geschäftsmann, da könnte sich vielleicht eine Iranerin im Vorübergehen in mich verlieben (sofern sie sich dabei die Nase zuhält).

Kaum habe ich geschrieben: "da könnte sich vielleicht eine Iranerin im Vorübergehen in mich verlieben", schon standen 2 junge Iranerinnen neben mir und fragten, woher ich komme. Habe sie gleich eingeladen, sich zu mir zu setzen: Shirin und Nagin. Shirin fragte, ob ich Professor sei. Ich weiß, ich sehe so aus, vor allem mit der kleinen Brille, trrotzdem bin ich bei der Wahrheit geblieben, naja, fast der Wahrheit, habe gesagt, ich hätte eine "company in germany", hatte ich ja auch mal. Es konnte sie leider nicht überzeugen, sich für den Abend mit mir zu verabreden. Immerhin haben sie versprochen, mir die Fotos zu schicken, die sie mit ihrem Handy gemacht haben, sonst glaubt mir das ja keiner.



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