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Reisetagebuch 2009 / Tashkent




18.6.09

Erste Aktion in Tashkent: Zur deutschen Botschaft gefahren und gleich beim zweiten Anlauf den Konsul Pohr gesprochen. Er ist sehr freundlich, hatte meinen Bus aus Wuppertral schon draußen gesehen, und innerhalb 10 Minuten füllt er die letzte Seite im Carnet aus. Ich lade ihn zum Bier ein.



21.6.09


Leon heute wohlbehalten in Tashkent eingetroffen.




Er hat mir eine Flasche mit Wasser aus dem Amudarja mitgebracht, darüber habe ich mich sehr gefreut. Erstaunlich sauber, das Wasser, hatte ich mir viel trüber vorgestellt, scheint besser zu sein als das Leitungswasser in Buchara.




Stehen unter Bäumen in der Nähe des Erdbebendenkmals. Bisher gab's hier nie eine Störung, fühlte mich sozusagen unsichtbar. Heute Morgen 6 Uhr lautes Klopfen. Bis ich aus dem Bett bin, hat der Polizist eine ganze Klopfrunde ums Auto hinter sich. Er will wissen, ob alles ok ist, ob wir Probleme haben. Ich würde gern sagen: "Bis jetzt nicht."

Eine Stunde später wieder Klopfen. Ein widerlicher Usbeke steckt seinen fetten Kopf in das Fenster über der Küche. Ich hole ihn zur Beifahrertüre, und er hängt sich mit dem Oberkörper über die halb geöffnete Scheibe. Offennbar ist er betrunken und labert auf mich ein. Ich winke einen Polizisten heran. Aber der lacht nur und lässt mich mit dem Blödmann allein. Irgendwann kann ich die Scheibe hochdrehen und die Matte von innen anheften. Er klopft noch eine Weile ans Auto und geht dann weg.



22.6.09

Gestern mit Konsul Pohr im Irish-Pub Bier getrunken. Wirklich sehr netter Mensch, erzählt Geschichten aus dem usbekischen Alltagsleben. Er empfiehlt Leon die Werkstatt, wo auch die Autos der Botschaft repariert werden. Heute bringt er den Mechaniker zu unserem Standplatz, und Leon kann gleich hinfahren, um die Achse einbauen zu lassen. Wir sind richtig gerührt über so viel Unterstützung seitens unserer deutschen Botschaft. Wir sollen es aber nicht weiter erzählen, sagt er ironisch, sonst kommen sie demnächst alle zu ihm.




Abends wieder zum Essen eingeladen bei meinem Freund Abdu, der inzwischen eine Familie hat. Su kocht ein Sri-Lanka-Curry, das hat sie dort mal gelernt.








Ich mache derweil Fotos unten auf dem Hof der Plattenbausiedlung.



23.6.09


Heute morgen Wasserverlust festgestellt. Würde gern auch zur Botchaftswerkstatt fahren, aber Leon ist mit Su schon auf Sightseeingtour. Fahre also zur einzigen Werkstatt, die ich hier kenne: "Silk-Road-Star" von Mercedes Benz. Innerhalb 10 Tagen könnten sie einen neuen Kühler besorgen, aber sie meinen, bis Bishkek hält das….




Auf dem Hof steht das "Eurasia-Expeditions-Team" aus Münster, zumindest ihre 3 Autos. Anscheinend machen sie hier Teamwechsel. Das erste ist heimgeflogen, die Autos werden instandgesetzt, und in 3 Wochen kommt das nächste Team und fährt weiter.




Für die Fotoserie dem Klo der Silk-Road-Star-Werkstatt einen Besuch abgestattet. Davon hatte ich mir mehr versprochen, bisschen eng zwar, aber gar nicht so schlecht.




Während sie am Bus schrauben, gehe ins Cafe nebenan. Mein Gegenüber isst ein leckeres Reisgericht mit Gemüse, denke ich und zeige darauf, als die Kellnerin kommt. Aber es ist natürlich wieder Plov. Das Ei kann eigentlich kein Hühnerei sein.....




Zu meiner Linken liegt der gut gefüllte Fliegenkiller auf dem Tisch. Hier kommt mir das ganz normal vor, auch mein Gegenüber ist erstaunt, dass ich davon ein Foto mache und erzählt es amüsiert den Leuten am Nebentisch. Ich würde das Teil gerne mitnehmen und in Deutschland mal auf den Tisch eines Restaurants legen......



23.6.09


Zu Dritt auf dem Standplatz. Johannes und Liza, die wir schon in der Türkei trafen, sind hier. Jetzt mit Steffen aus Berlin. Er ist, glaube ich, mit dem Flieger hier und bleibt für 2 Wochen mit ihnen auf Tour.




Sie sind alle gut drauf, schöner Erzählabend.....




....draußen am Düdo ein Gewächshaus.....




.....und fahren so zum Einkaufen...



24.6.09

Heute morgen 4 Uhr Su in ein Taxi zum Flughafen gesetzt. Warum müssen Flugzeuge immer zu so unwirtlichen Zeiten abfliegen? Hoffe, es hat alles geklappt und sie ist gut angekommen. Drei Wochen waren wir zusammen, wir haben uns zwar nicht ineinander verliebt, das war auch nicht geplant. Aber als Reisepartnerin kann ich sie wärmstens weiterempfehlen. Sie hat die Widrigkeiten der Tour sogar besser überstanden als ich.




Wir wollten eigentlich heute nach Osh in Kirgistan aufbrechen, aber wir sind ja sooo gerne in Werkstätten! Lasse den Kühler reparieren. Außerdem sind die Bremsen prlötzlich weich wie Butter. Wahrscheinlich irgendwas mit dem Hauptbremszylinder. Wir stehen vor der Botschaftswerkstatt, Leon lässt was am Dachträger schweißen, sie werden es schon hinkriegen.....

Trotzdem bin ich ein wenig reisemüde nach all den Schwierigkeiten und Pannen. Freue mich aufs Abhängen mit Nuria in Bishkek. Will nie wieder mit so einem alten Auto reisen. Aber ein neueres kann ich mir nicht leisten. Das hier wird meine letzte Reise sein.




In dieser Werkstatt endlich der asiatische Klassiker.....




Diese Leute behaupten, ich hätte 2007 auch gesagt, es sei meine letzte Reise. Kann mich nicht erinnern. Sage eben schonmal sowas dahin.....

Es ist das Cafe in der Nähe der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), wo mein Freund Abdu arbeitet (2. von links). Sehr nette Atmosphäre und preiswertes Essen. Mein Geheimtipp für Tashkent.



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