<-- Anfahrt | nach Hause | Türkei, Teil 2 -->

Reisetagebuch 2009 / Türkei




18.4.09


Türkische Armee fährt die alten MAN. Die sind noch lahmer, lauter und qualmen schwärzer als mein Benz.

In Kücükdoganca sah ich einen toten Hund auf der Straße. Ich fuhr zurück, aber ein LKW kam mir zuvor. Der Fahrer sprang raus und warf den Hund auf die Pritsche. Schade, er sah aus, als sei er gerade eben erst überfahren worden. Wäre ein Highlight für meine Sammlung gewesen.


Die beiden schlafen nur.



Hinter Bursa von einem Mann angehalten worden. Er hatte mich gerade überholt. Er ist Deutscher aus Wichlinghausen und lebt hier in der Nähe. Warum lebt er in der Türkei? "Deutschland Scheiße", sagt er. Er hat eine türkische Frau, ein Haus und 17 Tausend qm Land, auf dem er Gemüse anbaut. Gerade hat er seine Frau auf dem Markt abgesetzt, um das Geerntete zu verkaufen.




Ein Satellitenbild der Erde? Nein, Wasser mit Bierflasche im Hafen von Gelibolu. Bin extra langasam gefahren, damit ich mit viel Hunger und nicht vor 13:00 das Ocak-Lokantasi in Gelibolu betrete. Vorher ist es da nämlich zu voll.



Köstliches, in Öl schwimmendes Köfte und einen Teller Spinat mit Yoghurt gegessen. Hmm, war das lecker!



Zum Nachtisch natürlich den süßen, starken türkischen Tee in der Blumenvase.



Die kleine, dünne Bettlerin, die ich vorher draußen an einer Hauswand kauern sah, wird hier verköstigt und darf sogar am Tisch eines fein gekleideten Türken sitzen. Ihr schmeckt's offensichtlich auch. Sehr sympthisch, mein Ocak-Lokantasi. Wenn ihr mal nach Gelibolu kommt, müsst ihr unbedingt hier essen. Es liegt unten im Hafengelände, von wo aus ich die Dardanellen überquert habe. Das geht heute anders als zu Zeitem Alexanders:



Passt schon! Nach rund 3000 Kilometern habe ich zu ihm immer mehr Vertrauen, denke daran, ihn umzutaufen, von "Noch ist alles gut" in "Schon ziemlich lange alles gut". Er braucht sogar weniger Öl als befürchtet: Nur 1 Liter auf 200 Kilometern.



Und das ist die Besatzung des Internet-Cafes, in dem ich gerade sitze, schöne Grüße soll ich bestellen:



22.4.09

Damit Markus Freitag den Flieger in Van am Van-Gölü kriegt, müssten wir 400 km pro Tag durchfahren. Auf deutschen Autobahnen kein Problem, hier brauchen wir 12 Stunden dafür. Zu viel für einen alten Zurken. Habe mich für paar Tage von den beiden Ösis getrennt. Fahre allein durchs wilde Kurdistan, komme etwas später in Van an.

Denn wenn ich reise, muss ich zwischendurch.....


....mal dem Fluss nachgucken (mit Plastiktüten behängt)....



...einen Hund fotografieren....



....Öl nachfüllen (genau 20 Liter auf 4000 km)...



....einen Anhalter mitnehmen....



....mit einer süßen Kurdin im Internet Cafe flirten....



...Selbstportraits machen....



....in einem krudischen Ort paar Stunden vertrödeln und merkwürdige Sachen in einer staubigen Lokantasi essen (sah aus wie gequirlter Yoghurt).....



....mit Kumpels Tee trinken....



....einen Grund finden, eine Werkstatt zu besuchen....



(Halterung vom Auspuff abgerissen)

....und mir 1x täglich einen runterholen. Davon habe ich jetzt mal kein Foto gemacht....




Ich glaube, früher sah es in der Türkei überall so aus wie in den kurdischen Orten: keine Supermärkte, sondern 1000 kleine Läden und Werkstätten. Der ganze Ort ist sozusagen ein Basar.



Die Drei haben wir in Adapazari getroffen, die fahren auch nach Zentral-Asien, durch den Iran aber zeitversetzt, daher werden wir sie erst in Tashkent wiedertreffen. Und was machen die jungen Leute, wenn sie in fremde Länder reisen? Museen angucken? Der eine Rechner ist meiner, ich geh ja auch nicht ins Museum :)))



Mit dem sind sie unterwegs: Einer wie meiner, nur bisschen älter und mit noch weniger Kraft: 65 PS.



Neulich nachts auf einer Tanke fanden wir Gelegenheit, ein paar von Leons Kappen zu verschenken.



23.4.09

Heute auch wieder....



....Flüsse angeschaut....



...einen Anhalter mitgenommen....

...und alles andere gemacht...




Teilweise übelste Baustellenpiste auf dem Weg zum Van-Gölü



Bitlis heißt das hier, erstaunlicher Ort, war ich vor Jahren schonmal mit einer Freundin, damals durfte ich nicht anhalten, sie hatte Angst...



....sogar mal ne Frau auf der Straße...



...und genau da stand ich und fragte nach einem Internet Cafe, dabei war es direkt vor meiner Nase, wenn auch im Keller, aber keine Frau zum Flirten drin...



So sieht ein kurdisches Internet Cafe aus



25.4.09

Leon ist derzeit vom Pech verfolgt. Erst macht er das 2:0 im "Blödsinnmachen", indem er seine Dokumente im Hotelzimmer in Van liegen lässt, was er 200 km später erst bemerkt. Nun ist ihm auch noch die zweite Kamera geklaut worden. Tut mir echt leid um ihn.



Hatten in Van einige interessante Begegnungen



Sander und Jolejn aus Holland. Seit 3 Wochen unterwegs auf ihren Motorrädern. Mit ihnen am Van-See zum ersten Mal draußen gesessen und Kaffee getrunken und den Vormittag verplaudert. Sehr sympathisch, die beiden! Sie fahren auch durch den Iran, vielleicht sehen wir uns dort nochmal. Sie haben auch eine Webseite: www.rondjeom.com (unter "Turkey" schon ein Foto von uns drin)



Habe vergessen, wie er heißt, er ist "der Spanier", seit 1,5 Jahren auf seinem Rad unterwegs, sein Englisch erinnerte mich an Nuria, weil er es etwa gleich "gut" kann. Fehlende Wörter ersetzt er durch Laute und Gesten.



Hier saßen wir und warteten, dass er endlich losfährt, um davon ein Foto zu machen. 8 Uhr wollte er aufbrechen. Gegen 10:30 Uhr, und bevor er sich die fünfte Zigarette anstecken konnte, hat er die Abfahrt für uns "gestellt". Immerhin war das Rad schon gepackt, das sah so aus:






Der Tankwart von der Tanke, wo wir den Spanier trafen



Dieser Anhalter stieg nach 500 Metern wieder aus, keine Ahnung warum, vielleicht mochte er mich nicht? Wie's aussieht, wird das eine lustige Fotoserie: "Die Anhalter".






<-- Anfahrt | nach Hause | Türkei, Teil 2 -->