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Reisetagebuch 2009 / Usbekistan, Teil 1 5.6.09 Jetzt in Buchara. An der iranischen Grenze traf ich 3 schrankgroße, glatzköpfige, trink- und rauferfahrene Tschechen in Astronautenstiefeln und Hosenträgern, die auf ihren BMW-GS unterwegs in die Mongolei sind. Manchmal wünschte ich, so auszusehen wie sie. Gestern Nacht z.B. auf dem Weg vom Cafe zum Auto. Nur noch wenig Licht und wenige Fußgänger in Bucharas Gassen. Ich beging den Fehler, ein paar neben mir gehende Frauen zu lange anzuschauen und bekam dafür vom Mann einen Stoß in den Rücken. Ich musste sein Gezeter nicht verstehen, war schon klar, worum es ging: Primatenverhalten, lächerlich, aber mir blieb nur die Flucht. Er lief noch ein Stück hinter mir her und versuchte, nach mir zu treten. Mit so einem Tschechen hätte er das nicht gemacht.
Außerdem traf ich dort Backpacker Daniel aus Mümchen. Er will auf dem Hippietrail nach Indien, aber muss den Umweg über Zentral-Asien machen, weil die Grenze nach Pakistan dicht ist. Wir waren uns gleich sympathisch, und ich hätte ihn gern mitgenommen durch Turkmenistan. Aber er hatte Begleitung gebucht, und der Guide wartete pünktlich an der turkmenischen Grenze. Zufällig trafen wir uns dann wieder vor der Pontonbrücke über den Amudarja bei Farab. Von der usbekischen Grenze bis Buchara ist er dann mitgefahren. Er hat heute Geburtstag, er wird 31. Leon schreibt, er ist im Iran auch Opfer falscher Polizisten geworden. Ich werde nie wieder in den Iran reisen, alles hat seine Grenzen. In 30 Tagen sind wir dreimal beraubt worden, das reicht!
Su mit Leons Eratzteil am Tashkenter Flughafen, die Verabredung mit hospitility-club klappte nicht, stattdessen schlief sie im Taxi, das sie in die Stadt brachte, sehr abenteuerlicher Einstieg in Usbekistan... Sie hat mir unaufgefordert eine Solardusche mitgebracht, sehr nett von ihr, kann ich brauchen. Dann muss sie sich nicht jede Nacht meinen Duft reinziehen... :-) Und eine neue Kamera hat sie mitgebracht, d.h. die gleiche, die mir geklaut wurde, alte Leute gewöhnen sich nicht so gern an Neues. Die letzten Fotos sind alle von ihr und ihrer Profikamera.....
Mit Malika und einer Englisch-Klasse durch Buchara alte Bauten angesehen, ich kenne die ja schon und kann auch mal woanders hingucken....
"Dieses Zeichen ist eine Aura, die den ganzen Körper umgibt, sichtbar nur, wenn der Blick wohlgeübt ist, oder wenn die Gnade sie uns enthüllt. Man wird mit diesem Zeichen geboren,. man stirbt auch mit diesem Zeichen. Vielleicht ist es ein Zeichen, das zum Wiedergeborenwerden verdammt, doch die alte Frau, die zu lieben verstand, ahnt darin eine Rückkehr zur Lust." (Guido Ceronetti, Das Schweigen des Körpers) 7.6.09
Schlafplatz auf TIR-Park, Hotel für 1 Euro, bisschen staubig und üble Gerüche, und morgens lassen sie die Motoren warmlaufen.....
Daler getroffen, unser usbkekischer Guide. Für die Begleitung deutscher Gruppen kriegt er 50 Dollar pro Tag, wir haben Sonderpreis, schließlich sind wir ja nur Zwei.
Daler führt uns zu einem "Hamam", wo wir duschen können. Ein Ort, der alle Krankheiten zu beherbergem scheint. Wie kann man da sauber werden?
Zum Essen eingeladen von Rachima, Englischlehrerin....
......Händewaschen auf dem Hof in Rachimas Haus
Eigentlich wollten wir auf dem Basar Proviant für die Tour nach Khiva einkaufen. Da spricht uns Rano auf Deutsch an. Sie fragt, wie mir das Essen gefällt in Usbekistan. Ich sage, am besten gefällt es mir, wenn sie es gekocht hat..... Auf dem Basar Geld getauscht, für 100 Euro kriege ich 230.000 Sum, der höchste Schein ist der 1000er, sie geben es mir zur Hälfte in 500er Scheinen, wir zählen alles nach....
.....also haben wir noch eine Einladung und bleiben einen Tag länger in Buchara, Rano wohnt in einer WG zusammen mit anderen Mädchen. Sie ist 17 und sehr nett und möchte einen deutschen Mann heiraten. Ob es ihr was ausmacht, dass ich etwas älter bin? Nein, kein Problem. Aber es war nur ein Scherz. Eins der Mädchen ist 15 und malt Bilder. Sie möchte in Deutschland ausstellen und zeigt uns ihre Mappe mit Bleistiftzeichnungen. Auf einem Bild sieht man eine junge, nackte Frau auf dem Boden knien und auf einer Flöte blasen. Es ist sehr pornografisch. Ich will sie fragen, ob sie weiß, was sie da gezeichnet hat. Aber ich frage nach der Vorlage, und die Mädchen suchen das Foto, können es aber nicht finden. |