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Reise 2011
Kirgistan
15.7.11
Erster Nachtplatz in Kirgistan, südlich Kyzyl Adyr
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Christine macht einen Abstecher auf einen 3000er Pass Richtung Namangan. Mir ist die Schotterpiste zu mühsam, fahre schonmal vor nach Talas und setze mich in ein Cafe. Die Kellnerin heißt Jasgul, ist 19 Jahre alt und öffnet ihr Haar für mich. Ihre Kollegin macht ein Foto von uns Arm in Arm, und ich kriege eine Erektion. Funktioniert also alles noch....
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Der sitzt mir im Cafe gegenüber und sagt: "Schnaps trinken", als er hört, ich bin "Nemitz" (Deutscher). Er trägt den Kalpak, den kirgisischen Hut....
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.... den es auch als Bushaltestelle gibt.
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Kirgistan hat immer noch die schönsten Bushaltestellen...
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.... auch die lustigsten
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Dann bei Nuria. Ich war schon mehrmals dort, aber finde die Straße nicht, weil alle Straßen und Häuser gleich aussehen. Ein Mann, der Deutsch spricht, führt uns hin. Wir laden ihn zum Tee ein, aber Nurias Familie mag ihn nicht, er wird rausgeschmissen.
Nurias kleiner Bruder hat sich beim Fußballspiel ein Bein gebrochen. Irgendeine Katastrophe ist immer. Er wird morgen 11 Jahre alt, für ihn habe ich die beiden Fahrräder mitgebracht. Wie ichs mir dachte, machen sie später aus den beiden eins.
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16.7.11
Kindergeburtstag in Talas
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In Talas beim Schreiner. Sie sollen das Bett im Sani breiter bauen, weil Nuria ab jetzt mitfährt. Sie haben keine Zeit, zu viel zu tun, aber machen es dann doch. Von Christine habe ich gelernt, Handwerkern muss man auf die Finger schauen, sonst machen sie alles falsch (sie ist Bauleiterin). Üblicherweise hätte ich mich in den Schatten gesetzt und die Jungs machen lassen. Am Schluss beschweren sie sich, dass es durch mich viel länger gedauert habe.
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Weiß nicht, welches Verhalten besser ist. Ich fürchte, durch mein Eingreifen ist die Konstruktion nicht bessser geworden. Werde mich beim nächsten Mal wohl doch wieder in den Schatten setzen.
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Habe also jetzt eine Art Tabshan im Bus, ein Vielzweckbett asiatischer Art: Man kann drauf schlafen, essen und vögeln. Eigentlich sollte die ganze Fläche mit den bunten Decken belegt werden, wie auf einem richtigen Tabshan üblich. Aber Nurias ältere Schwester wollte zunächst gar keine rausrücken, weil sie im Bus schmutzig werden könnten. Da hatte ich mal wieder Gelegenheit, mich genüsslich aufzuregen: Ich lasse immer Sachen für die Familie da, bringe Fahrräder aus Deutschland mit, und sie will mir nichtmal die paar Decken ausleihen! Vermutlich meinte sie aber die moralische Beschmutzung, die sich aus unseren Turnübungen ergibt, denn die Schwester ist schwer muslimisch religös. Nuria und ich mussten im Haus getrennt schlafen.
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18.7.11
Schlafplatz auf einem Hügel über dem Talas-Tal. Mein dicker grüner Käfer (so nennt Christine meinen Sani) ist da übers Feld hoch geklettert. Nuria und ich dürfen uns nun endlich der fleischlichen Lust hingeben. Aber ich fürchte, es ist soweit, die altersbedingte erektile Dysfunktion hat mich gepackt.
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Nuria präsentiert uns ihr schönes Kirgistan: "Same old mountains and all villages look the same!"
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Unterwegs nach Bishkek entdeckt Nuria einen ihrer 200 Onkel (geschätzt), der eine Raststätte aus 3 Jurten betreibt.
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Nurias Tante und Onkel laden uns in ihre Jurte ein. Ob sie sich über unseren Besuch freuen, ist ungewiss, ihren Minen nach zu urteilen nicht. Vielleicht sind sie auch nur hochnäsig, weil sie reich sind, wie Nuria mich informiert. So eine Jurte hat einen Wert von 20.000 Dollar. Außerdem haben sie viele Tiere und ein Haus in Tasha-Arik.
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Eine von den drei Jurten ist doppelstöckig. Solche gebe es in ganz Kirgistan nur zweimal, sagt Nuria. Habe der Onkel in 5 Monaten selbst gebaut. Um sie abzubauen, brauche man nur 1 Stunde. Einstöckige Jurten seien in 15 Minuten abgebaut. Kaum zu glauben....
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Die beiden Söhne vom Onkel nehmen wir mit nach Bishkek. Meine Kamera ist kürzlich aus dem Hängeschrank rausgefallen, seitdem funtioniert der Autofocus nicht mehr, viele Fotos sind unscharf. Hätte mich doch mal mit der Kamera beschäftigen sollen, dann wüsste ich, wie man sie per Hand einstellt.
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Unsere krigisischen Freunde werden im nächsten Moment vom großen Gockel aufgepickt....
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19.7.11
Jetzt in Bishkek. Stehen neben dem Vergnügungspark, und weiter oben ist der Eingang zum Regierungsgebäude, das vor kurzem noch heiß umkämpft war. Links neben dem Käfer auf dem Rasenstück machen wir Frühstück. Polizisten wünschen uns guten Appetit. Wir werden nicht fortgejagt.
Dem dicken, grünen Käfer fehlen jetzt die Fühler, habe dafür den zweiten Reservereifen aufs Dach geschnallt, damit sieht er eher aus wie eine Haubenmeise.
Wir warten in Bishkek auf Christines Freundin Nuria - noch eine! Machen also Pause vom Reisen. Am 25.7. gehts gemeinsam weiter durch Kirgistan.
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Die Suche nach meiner Lieblingswerkstatt fast aufgegeben. Hatte mich darauf verlassen, dass Nuria den Weg noch weiß, aber weiß sie nicht. Schließlich eher zufällig gefunden. Sie haben es in 5 Jahren immerhin geschafft, die Werkstatt zur Hälfte mit einem Wellblechdach abzudecken.
Der Chef möchte mein Auto kaufen, er möchte es als Ersatzteilspender, neben der Werkstatt habe er jetzt einen Ersatzteilhandel. Auto müsste dann nicht zugelassen und nicht verzollt werden. Wenn wir vom Pamir zurück sind, wollen wir nochmal drüber reden. Habe mir jetzt die Adresse aufgeschrieben.
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Nuria schläft bisschen vor der Werkstatt. Seit dem Frühstück muss sie zum Topf. Aber das Klo in der Werkstatt passt ihr nicht, zu viele Männer drumrum. Mädels haben Probleme....!
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Haben dann kurzerhand eine Wohnung im 7. Stock in der Ibraimov Ulitsa gemietet, für 1500 Som / Tag = 23,80 Euro, das wären 1000 im Monat, ziemlich teuer. Aber alles drin, sogar Klimaanlage und Wasserkocher, und mein Mädchen hat ihren TV. Christine hat sich im Stadion einquartiert, eigentlich ein Schlafsaal für Sportmannschaften, 23 Uhr wird abgeschlossen. Also so ne Art Jugendherberge. Kostet nur 350 Som = 5,55 Euro / Nacht.
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Unsere Wohnung ist bisschen laut, die Ibraimov stark befahren, und wenn dann noch ein Güterzug über die Brücke rattert.... Und bis 9:00 knallt die Sonne aufs Bett.
Nachdem wir 2009 in Bishkek noch verzweifelt nach einem Cafe mit WLan gesucht haben, gibt es jetzt fast an jeder Ecke eins. Sitze hier bei einem Cafe Macchiato, sowas habe ich hier bisher noch nie in einer Karte gesehen. Bishkek entwickelt sich! Muss aber gestehen, dass ich Cafe Macchiato hier zum ersten Mal in meinem Leben trinke. Stimmt es, dass das ein Kaltgetränk ist? Hier ist das jedenfalls kalt.
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21.7.11
Zwei Tage nachdem wir Talas verlassen hatten, wackelte dort die Erde. Also knapp verpasst. Seit meiner ersten Reise durch Zentral-Asien rechne ich damit, ein Erdbeben zu erleben. Schließlich ist das hier an der Tagesordnung. Die meisten merkt man nicht. In Talas haben sie es gemerkt, aber Häuser sind nicht eingestürzt.
Wir sind 350 km entfernt von Talas, haben aber nichts bemerkt. Vielleicht kriegen wir bis Sonntag noch was ab. Bishkek hatte noch kein richtiges Beben, im Gegesatz zu Tashkent und Ashgabat. Sehe mich schon aus dem 7. Stock fallen.... nicht, dass ich mir das wünsche, aber wäre ja mal interessant, was diese alten russischen Plattenbauten so aushalten....
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Nuria hat gestern ein paar Telefonnummern gewählt, und so hatten wir heute Besuch von Rosa und ihrer Freundin. Während Nuria und die Freundin in der Küche Kaffeeklatsch machten, haben Rosa und ich im Wohnzimmer eine Stunde in den Kissen gewühlt. Ein himmlisches Vergnügen für nur 2000 Som = 31,25 Euro.
Danach erfahre ich, Roas ist 23, geschieden und hat eine Tochter. Sie heiraten jung in Kirgistan, besonders die vom Lande. Die beiden sind extra für mich aus einem der umliegenden Kleinstädte angereist. Sie macht den Job erst einen Monat, sagt sie. Im September, wenn wir wieder eine Wohnung in Bishkek haben, darf ich Rosa nochmal anrufen, hat Nuria mir versprochen.
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23.7.11
Mit Nuria und Christine in der bishkeker Schwulen- und Lesbendisco "Spider". Nuria hat Spaß, sie sieht zum ersten Mal, wie sich zwei Männer küssen und dann in der Toilette verschwinden. Ich finde es furchtbar. Die Lüftung läuft auf vollen Touren, es ist richtig windig, trotzdem riecht es widerlich. Der Raum stockdunkel, wahrscheinlich weil der Anblick der Betonwände und der Einrichtung sonst unerträglich wären. Ich bekomme immerhin mit, wie Nuria beim Tanzen von einem Typen mit nacktem Oberkörper angebaggert wird. Er habe sie sogar angefasst, sagt sie nachher.
Zwei andere Gäste liegen schon bald flach und können nicht mehr reanimiert werden. Ich gehe weder auf die Tanzfläche noch aufs Klo, kauer mich in die völlig durchgesessene, muffelige, braune Couch und versuche, nach Möglichkeit nicht zu existieren. Glücklicherweise bleibt es bis 0:30 bei einer überschaubaren Anzahl von Gästen, und meine beiden Damen folgen daher meinem Vorschlag, die Lokalität zu wechseln.
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Disco "Bacardi": Treffpunkt für reiche, junge Leute, sagt Nuria. Eintrtt für uns beide umgerechnet 18,75 Euro, wofür wir noch Getränke bekommen. Der Eingang flankiert von zwei lebenden Statuen in gold bemalter Haut. Die weibliche präsentiert uns eine ihrer schönen, großen Hängetitten.
Drinnen ist es luftig, eine Disco im Freien unter Bäumen. Die Musik zwar nicht nach meinem Geschmack, aber in angenehmer Lautstärke. Wie üblich viele junge, hübsche Mädels auf der Tanzfläche. Und alle lächeln mir altem Sack und meinem steifen Gezappel wohlwollend zu. Ein junger Mann fragt, woher ich komme und obs mir gefällt in Kirgistan und lädt mich ein, im Kreis seiner Freunde zu hopsen. Welch eine Wohltat gegen den elenden Schwulenclub!
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Heiß geworden in Bishkek, bis Mittag knallt die Sonne in unseren Wohn-Schlafraum.
Nuria hat Kopfschmerzen, weil sie sich gestern in der Rock-Disco "Promzona" langweilte und folgedessen zu viel Bier trank. Sie mag keine Rockmusik, wie die meisten Kirgisen. In der Disco daher fast ausschließlich Russen. Und auch unter denen keine Rock-Typen, alle wie üblich fein rausgeputzt. Ein Mädel nahm sogar ihre Handtasche mit auf die Tanzfläche.
Die Band war gut, spielte fast originalgetreu "Jump" von Van Halen. Aber der Sänger konnte kein Englisch. Musste die Laute ablesen. Das Deutsch zweier Rammstein-Titel war entsprechend. Von denen hat Nuria noch immer Nackenschmerzen, wegen zu heftigem Headbanging. "Rammstein-Schmerzen" sozusagen. Aber ich hatte meinen Spaß, wir waren die ersten auf der Tanzfläche.
In den Pausen liefen Livemittschnitte von DVD mit schönen Konzerten von Stevie Wonder und anderen. Die Kellnerin kam einmal zu Nuria und fragte sie, ob ihr Freund Rockmusiker ist. Sieht man mir das an? "It's written in my face"? Nuria habe gesagt: Ja, aber lang lang sei's her....
Je später der Abend, desto öfter spielte die Band russische Titel, die das Publikum mitsingen konnte. Waren alles Schunkellieder.
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25.7.11
Zweimal Nuria, eine kirgisische (links) und eine spanische (rechts), bzw. katalomische. Letztere kam gestern mit dem Flieger in Bishkek an und fährt ab heute mit Christine.
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Erster Stop kurz hinter Bishkek im Dorf "Rot-Front", das von deutschen Menoniten 1927 gegründet wurde. Eine Freundin aus D. hatte mich darauf aufmerksam gemacht. Ich hatte mir das ähnlich vorgestellt wie eine Armish-People Siedlung in USA: Schwarz gekleidete Leute bauen mit prmitivem Werkzeug Häuser aus Holz und beten täglich in ihrer Kirche. Ich dachte, wir könnten dort in einem Cafe sitzen und mit den Leute reden.
Alles falsch. Es sieht dort nicht anders aus als in anderen krigisischen Dörfern, es gibt weder ein Zentrum noch ein Cafe, nur rechtwinklige Blocks mit Eigenheimen. Die Straßen wie ausgestorben. Es gibt nur noch eine Straße, in der Deutsche wohnen.
Nuria schellt einfach an einem Haus, ein alter Mann kommt raus, und er spricht tatsächlich gut Deutsch. Er sagt, die meisten sind nach Deutschland ausgewandert, auch er ist nur noch im Sommer hier. Er scheint weder besonders überrascht noch erfreut über unsere Anwesenheit. Vielleicht kommen hier öfter Touris durch, und die Leute sind genervt und rennen sofort in ihre Häuser, sobald sich wieder welche nähern. Dann lädt er uns aber doch ein, in seinem Garten Tee zu trinken. Seine Frau kommt hinzu und nach und nach tauen sie auf. Später dürfen wir sogar ins Haus rein.
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In der Nähe von Rot-Front: Schlafplatz am Zugang zur Kegeti-Schlucht.
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In der Nähe ist ein Dorf, und wie ich es mir dachte: wir kriegen Besuch. Zwei Hirten auf ihren Pferden, der eine schon betrunken. Er lässt Christine reiten und fragt, ob er die große Flasche Bier auf dem Campingtisch austrinken darf. Nuria (meine) sagt ihm, wir wollen lieber allein sein, und sie machen sich davon.
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26.7.11
Auf dem Weg zum Isik-Kul (Warmer See): Einstürzende Neubauten....
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....und schöne Bushaltestellen
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Nachmittag fängts an zu regnen. Ich möchte in einem Ort bleiben, oder zumindest in der Nähe der Hauptstraße. Christine möchte lieber in die Berge, also trennen wir uns. Wir bleiben in Tamra am Südufer auf dem Parkplatz eines Hotels. Sitzen im Restaurant bis Mitternacht und schwatzen mit den Leuten. Unter anderem mit 3 jungen Israelis, die auch vom Regen hier angespült wurden. Sie sind nett, haben riesige Rucksäcke, und der eine spricht recht gut Deutsch. Sie können für 300 Som (5 Euro) pro Person ein Zimmer kriegen. Sie wollen nur 200 zahlen. Ich schlage vor, sie schlafen in ihren Zelten neben unserem Bus. Das will die Hotelbesitzerin nicht und gibt nach, sie kriegen das Zimmer für 200. Manche Leute meinen, sie müssten auf Reisen alles umsonst kriegen.
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27.7.11
Warten auf Christine an der Hauptstraße. Kriege Besuch von 2 Herren in meinem Alter. Sie interessieren sich fürs Wohnmobil und meine Reise. Der eine ist Journalist. Ich sage, er könne ja über mich berichten, und er macht Fotos von mir mit seinem Handy. Dann zeige ich ihm mein Buch, und er sagt was von "Kollege". Er hat auch ein Buch veröffentlicht und schenkt mir ein Exemplar mit Widmung. Würde ihm gern einen "Faden " schenken, aber habe nur noch ein Exemplar. Wenn wir wieder in Bishkek sind, wollen wir telefonieren, dann will er was über mich schreiben.
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Dann kommen 2 Frauen vorbei. Die eine zeigt mir ihre Sandalen, die an zwei Stellen kaputt sind. Ich repariere sie mit Patex. Für das Foto schlingt die eine leider ein Tuch über ihre großen Brüste, bis dahin hatte sie nur ein kanppes Bikini-Oberteil an. Die andere setzt eine Sonnenbrille auf.
Christine kommt gegen 13 Uhr, inzwischen haben wir andere Pläne. Wir nehmen die 3 Israelis mit zurück nach Balykshi und fahren weiter nach Tamshy am Nordufer. Meine Nuria möchte schwimmen. Christine fährt mit ihrer Nuria weiter nach Karakol, um ihr Visum zu verlängern. Unterwegs interessantes Gespräch mit Aviv. Er sagt, ganz Israel passt in der Fläche 2x in den Isik-Kul. Ich sage, und so ein kleines Land macht do viel Trouble.
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28.7.11
Basar in Balykshy am Isik-Kul. An diesen Buden kann man Mobilfunkkarten kaufen und aufladen, wenn ich recht verstanden habe.
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Damenschuhmode mit Strümpfen in Balykshy.
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Nuria muss (will?) schon Ende August zurück zu ihrer Familie. Verabredet war, wir kommen Emde August vom Pamir zurück, Christine geht nach China, und wir wohnen bis Ende September in Bishkek. Da ich nun keine Lust habe, im September allein in Bishkek zu wohnen und mich allein ums Auto zu kümmern, trennen wir uns von Christine und Nuria und brechen sofort auf Richtung Bishkek. Pamir ist somit gestrichen. Wir haben vorher mit Skatkarten orakelt, ob das eine gute Idee ist. Sie sagen, es ist egal, was wir machen.
Ich gestehe, dass ich schon auf dem Akyya-Pass daran dachte, nicht auf den Pamir zu fahren, Schnauze voll von Staub und Schotterpisten. Kommt mir also gar nicht so ungelegen, als mir Nuria eröffnet, dass sie schon früher weg muss.
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Irgendwann ist man oben, aber dann muss man die ganze Höhe wieder runter!
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29.7.11
Nuria hätte gern eine größere Nase.... Nein, sie schnuppert an der Wurst, ob sie noch gut ist.
Sie ist nicht traurig, dass wir wieder nicht den Pamir sehen. Dabei eignet sie sich hervorragend für eine Reise mit dem Wohnmobil: Für die Zubereitung einer Mahlzeit braucht sie ungefähr so lange wie ich fürs Scheibenputzen. Wenn sie kacken muss, höckelt sie sich einfach vors Auto, auch wenn wir von der Straße aus zu sehen sind: "Nobody needs my ass." Zum Pinkeln muss ich nichtmal anhalten, sie geht nach hinten und hockt sich über eine Plastikschüssel...
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....und schwindelfrei ist sie auch.
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Einsame Nachtplätze zu finden, ist in Kirgistan keine Kunst, man fährt einfach auf einen Feldweg - hier mit Blick auf Naryn. Was da unten im Tal glitzert, ist der gleichnamige Fluss, der in Usbekistan Syrdaria heißt. Dieser Platz sei ein Fickplatz, sagt Nuria. Überall liegen leere Wodkaflaschen rum, über eine fahre ich drüber. Finden auch eine Spritze.
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30.7.11
Kurz bis ins nächste Dorf mitgenommen....
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Bushalte in Kazarman. Wird eine der schönsten in meiner Sammlung werden. In der Sowjetzeit mussten die Menschen gleich und die Bushaltestellen Individuen sein.
Man beachte die Reparatur der Sitzbank, wird also doch noch was dran getan.
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Die Klassiker werden nicht abgerissen, wie ich dachte, sondern angemalt - in Pink! Auch wenn da keine Busse mehr halten. Kirgistan wird jedes Jahr schöner!
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Nuria meint, wir müssen nach links, ich meine, nach rechts. Wir warten 20 Minuten - Nuria macht sich fürs Foto oben frei - bis das erste Auto kommt, dessen Fahrer wir fragen können. Ich habe ausnahmsweise mal recht.
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Als wir über diese Brücke drüber sind, ohne in den Bach zu stürzen......
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....steht da dieser alte Mann am Pistenrand in schmutzigen Klamotten und will mitfahren nach Jala-Abad. Wir haben beide eigentlich keine Lust, ihn 80 km mitzunehmen. Vielleicht wollen wir unterwegs mal bisschen schlafen oder sonstwas machen. Aber er hat sich schon neben Nuria auf den Beifahrersitz gedrängelt. Er stehe da seit gestern und keiner habe ihn mitgenommen, sagt er. Also tun wir mal eine gute Tat, Allah wird sie uns vergelten. Er ist nämlich Muslim, 70 Jahre alt, hütet die Tiere in den Bergen und muss zur Beerdigung seines Bruders nach Jala-Abad. Früher dachten wir, solche Naturburschen haben irgendwas Wertvolles bewahrt, das wir Städter verloren haben. Aber er ist auch nur ein alter Stinker wie ich. Allerdings hat er sich wahrscheinlich in seinem Leben die Freuden der Musik und der Sexualität versagt....
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Der letzte Schlafplatz vor Bishkek sollte nochmal was Besonderes sein: ein Fabrikhof oder eine Ruine. Sowas finden wir nicht, aber eine Neubausiedlung, hinter der das Beton-Skelett einer Fabrikhalle zu sehen ist. Ich kann meist nicht erkennen, ob solche Bauten neu oder alt sind.
Streckenbeschreibung Isik-Kul -> Jala-Abad
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1.8.11
In Bishkek: In der Nacht bekommt Nuria heftige Zahnschmerzen. Wir fahren morgens in ein Krankenhaus aus der Sowjetzeit. Interessant, wie es dort aussieht (im Warteraum sind Löcher im Boden) und wie das alles funktioniert. Erst müssen wir lange warten für die Röntgenaufnahme. Ich richte mich darauf ein, den ganzen Tag dort zu verbringen. Beschäftigte mich endlich mal mit meiner Kamera. Möchte wissen, wie ich die Entfernung manuell einstellen kann. Das finde ich nicht heraus, aber dass sie mit dem RAW-Format aufnehmen kann! Vielleicht ist sie besser als ich dachte?
Plötzlich kommt Nuria zu mir, und alles ist erledigt, der Zahn gezogen, sie hat keine Schmerzen mehr. Der Arzt sei sehr nett zu ihr gewesen, habe gesagt, sie sei ein hübsches Mädchen, habe sie gestreichelt und getröstet und zum Schluss seine Telefonnummer gegeben. Soso.
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Eine Wohnung zu finden, ist schwieriger als früher. Die wollen jetzt alle für 6 Monate vermieten, und die Mieten sind enorm gestiegen. Haben dann doch eine passende gefunden. Das sind unsere Vermieter: ein nettes junges Paar, und die Wohnung mal echt modern, auch das Haus ein Neubau. Kostet aber 500 Dollar / Monat.
Wir finden versteckt auf Schränken, im Teppich, im Bett, überall Geldmünzen. Nuria sagt, das ist für die Geister, sie sollen die Bewohner reich machen. Stimmt, wer haben will, muss auch bereit sein zu geben.
In der Nacht werde ich wach, höre es draußen Hämmern. Ich traue den Kirgisen zu, dass sie um 2 Uhr morgens Autos reparieren. Aber dann fällt mir ein, woher das Geräusch kommt: Über uns an der Hauswand hängen Klimaanlagen, und die meisten sind undicht. Und unten über dem Erdgeschoss ist ein Blechdach, und da tropft es die ganze Zeit drauf..
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3.8.11
Reise also vorzeitig beendet, wie bei mir üblich inzwischen, diesmal nur 3 Monate. Und immer das selbe: Zurken schafft es nicht über Bishkek hinaus. "So what?" wie Nuria sagen würde.
Aber die 3 Monate waren gut, viel erlebt, viele schöne Nachtplätze und kaum negative Ereignisse gehabt: nix geklaut worden, nicht krank gewesen, kein Stress mit Polizisten, keine Panne, kein Überfall. Im Gegenteil, ich hatte eigentlich immer das Gefühl, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein (obwohl Christine meistens den Ort ausgesucht hat).
Richtig glückliche Momente gab es wie immer nur auf Asphaltstraßen: Dahingleiten mit meiner Musik auf den Ohren durch irgendeine exotische Landschaft. Auf den Pisten musste ich mich zu sehr aufs Fahren konzentrieren, um glücklich zu sein. War aber trotzdem gut, noch nie so oft Offroad gewesen, was natürlich Christine zuzuschreiben ist. Mir allein wäre das zu mühsam gewesen.
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Nun also wieder Wohnung in Bishkek: Wohnzimmer mit Couchlandschaft
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Riesige Küche - für jedes Fach haben wir nur 1 Teil
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High-Tec-Badewanne. Die Armaturen tun tatsächlich, was sie tun sollen - fürs erste jedenfalls, das soll sich bald ändern....
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Wohnzimmerlampe - kann man per Fernbedienung verstellen
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Küchenlampe - man muss 100x ein- und ausschalten, bis die hellen Birnen angehen. In dieser Wohnung wurde nur das Neueste und Teuerste, das in Bishkek verfügbar ist, eingebaut. Wohnung samt Einrichtung war ein Hochzeitsgeschenk der Brautmutter. Die Braut ist somit das, was ich nicht bin: jung, hübsch und reich. Sie lebt aber, wie hier üblich, im Haus der Schwiegereltern. Daher dürfen wir hier wohnen.
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5.8.11
Mir gehts super gut derzeit: Große Wohnung, Klimaanlage, Internet, Nuria kocht leckere Sachen.... Gehe kaum vor die Tür und selten aus dem Schlafanzug. Als der auf der Wäscheleine hing, hab ich mir einfach was von ihr ausgeliehen. Über meinen Anblick in ihren Klamotten konnte sie sich gar nicht mehr einkriegen vor Lachen. Hat die Kamera nicht still halten können. Ich finde, ich sehe gar nicht anders aus als sonst...
Heute bin ich runter zum Auto und hab angefangen, innen zu säubern. Der Dreck sitzt überall, vor allem ist er massig durch die hinteren Türen in den Stauraum unterm Bett gedrungen. Hab den Eindruck, das wird nie wieder sauber.
Und wie ich da so in meinem Benz hocke, überkommt mich wieder die Lust zu fahren. Nicht auf den Pamir, aber vielleicht nach Hause? Eigentlich sollte das Auto in Kirgistan bleiben, wollte es hier entweder verkaufen oder abstellen, um die Reise nächstes Jahr von hier aus vorzusetzen. Aber beides ist doch schwieriger, als ich dachte.
Überprüfe nun ernsthaft die Möglichkeit, mit dem Sani zurück zu fahren. Zeit habe ich reichlich, müsste allerdings 2 Visa haben: Kasachstan und Russland. Das ist lästig, aber mit Nurias Hilfe zu schaffen.
Dann brauche ich paar Straßenkarten, und der Sani braucht Inspektion. Das Schlimmste wird sein: ich muss allein fahren, das wird hart. Ich hasse Herausforderungen!
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10.8.11
Heute die beiden Besatzungen von Christines Begleitfahrzeugen für China im Cafe getroffen, v.l.n.r.: Miro, Sigi, Peter und Romy. Miro und Romy mit VW Syncro T3 und Sigi und Peter mit MB 309 unterwegs.
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Ansonsten schöne, geile Tage gehabt. Ein Biker aus Deutschland war bei uns zu Gast. Erstmal haben wir Rosa für ihn angerufen, mit der er sich eine Stunde im Wohnzimmer vergnügte, während wir spazieren gingen. Er sagte damach, Rosas rechte Brust sei deutlich kleiner als die linke, das habe ihn abgeturnt. War mir gar nicht aufgefallen. Aber er hat recht, auf den Fotos sehe ich es dann auch.
Heute haben wir beschlossen, es zu Viert zu machen. Ein Mädchen dafür zu bekommen, war nicht leicht, Gruppensex scheint in Kirgistan unbekannt zu sein. Schließlich kam dann doch eine, Gulira:
War geil. Mir fiel dabei ein: "You take Sally and I'll take Sue. Their ain't no difference between the two." Auch wenn im Song was anderes gemeint ist. Und Unterschiede zwischen Nuria und Gulira gab es auch....
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11.8.11
Heute war Rosa wieder da: Sie geht duschen. Ich vergesse ihr zu sagen, dass kurz vorher der Duschkopf abgerissen ist. Der Schlauch schaut nun ohne Kopf aus dem Loch in der Wanne und kann darin auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Unsere Rosa lässt ihn natürlich da reinfallen. Wäre nicht so schlimm gewesen, wenn sie wenigstens den Hahn vorher zugedreht hätte. Das Wasser läuft unter der Wanne direkt ins Badezimmer. Sie merkt's nicht und kommt nackt zu mir ins Wohnzimmer. Während wir im Bett rumturnen, wird das Bad geflutet, und als Nuria vom Einkaufen zurück kommt, steht auch der Flur zur Hälfte unter Wasser.
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Wir holen Feudel und wischen. Ich nackt. Rosa (auch nackt) steht in der Wohnzimmertüre und schaut uns verlegen, amüsiert zu. Zugegeben, das muss herrlich albern aussehen, aber dass ausgerechnet die darüber lachen kann, die den Mist verursacht hat, finde ich nicht gerecht.
Nach schier endlosem Wischen und Wringen ist der Boden irgendwann trocken. Ich mache mich wieder an die Arbeit mit Rosa, aber so richtig komme ich nicht mehr in Stimmung. Mit Mädels ist jedenfalls erst mal Schluss....
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14.8.11
Nach meinem Gefühl ist Kirgistan das sicherste Land für's Wildcampen in Zentral-Asien. Nun sind Peter und Sigi in der Nacht vom 12. auf den 13.8. überfallen worden. Sie schliefen in ihrem James Cook am Ala-Archa Canyon, südlich von Bishkek, einem beliebten Ausflugsziel. Gegen 3 Uhr wurden sie von Klopfen geweckt. Es waren 4 betrunkene junge Männer, zwei saßen noch in ihrem Passat. Peter ging raus, weil er dachte, die sind wie üblich freundlich. Einer öffnete den Kofferraum des Passat, zeigte auf das tote Schaf, das da drin lag und sagte zu Peter, da liege er auch gleich drin. Es gab ein Handgemenge, Schläge und Steinwürfe. Peter konnte sich mit knapper Not zurück ins Wohnmobil retten, und seine Freundin konnte wegfahren. Peter hat eine gebrochene Nase und Prellungen. Das Auto 2 kaputte Scheiben und Spuren von Steinwürfen.
Ganz sicher ist man nirgendwo, aber aus meiner Sicht haben die beiden 2 Fehler gemacht: Sie standen direkt an einer Straße. Zweitens hätte er im Auto bleiben müssen, bis er sicher ist, dass ihm die Besucher wohlgesonnen sind. Ich steige ja nichtmal bei Polizeikontrollen aus
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16.8.11
Habe mich endgültig entschieden, mit meinem Auto zurück nach Deutschland zu fahren. Andreas aus Flensburg hat schon vor 10 Tagen Interesse angemeldet, mich auf der Fahrt zu begleiten. Habe ihm heute zugesagt, und er hat es in 2 Stunden geschafft, den Visumantrag an die kirgisische Botschaft abzuschicken. Super, hätte ich nicht hingekriegt. Bin sehr froh, nicht allein fahren zu müssen.
Nuria hätte auch mitkommen könnnen, bis in die Ukraine hätte sie ohne Visum mitfahren können. Aber sie muss zurück zu ihrer Familie.
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18.8.11
Heute ein richtiges Püppchen bei uns zu Besuch. Sie kauft das Hochzeitskleid von unserer Vermieterin. Neu 2000 Dollar gekostet. Busen ist nicht echt, alles Beschiss!
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20.8.11
Es war noch nie so schön mit Nuria wie in diesem einen Monat. Wir haben heute beschlossen, in 3 Jahren zu heiraten. Dann muss sie nicht mehr auf ihre Geschwister aufpassen und kann ganz für mich da sein. Ich sage, sie soll Deutsch lernen. Sie zählt auf, was sie schon kann: "Honigmelone, ausschweifen, Hände hoch, Arschloch, Hitler kaputt, schneller, Schweine."
Heute hat sie das letzte Mal ein Mädchen für mich bestellt. Es kamen vier zur Auswahl, zwei von ihnen Russinnen und zu alt, um sie Mädchen nennen zu können, obwohl wir ausschließlich um junge Asiatinnen gebeten hatten. Die beiden Kirgisinnen fand ich auch nicht so toll, aber Nuria hatte mir vorher gedroht, sie werde mich töten, wenn ich sie wegschicke. Also nahm ich eine, eigentlich viel zu dünn für meinen Geschmack, das Vergnügen war entsprechend mäßig, obwohl sie sehr nett war:
Nuria las in der Küche solange in ihrem Liebesroman.
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Abends in unsere Disco, es gab diesmal "erotischen Tanz". Eine Dame mit einer Figur ähnlich Nuria wälzte sich auf der Tanzfläche rum. Nachdem sie das Oberteil fallen gelassen hatte, holte sie sich einen Mann aus dem Publikum, setzte ihn auf einen Stuhl und räkelte sich auf seinem Schoß. Der Blödmann tat nichtmal so, als fände er es aufregend. Guckte gelangweilt und kreuzte die Arme vor der Brust. Hätte sie mal besser mich geholt!
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21.8.11
Heute Morgen angekommen: Andreas aus Flensburg. Er wird mit mir im Sani zurück nach Deutschland fahren. Wir haben uns in Deutschland nur 1x kurz gesehen, aber er ist Altenpfleger, passt also zu mir.
Sein Flieger sollte 7 Uhr landen. Ich dachte, die haben immer Verspätung, und bis er durch den Zoll ist, das dauert. Nuria und ich sind also erst 7:10 mit dem Taxi losgefahren. Der Fahrer ließ sich Zeit, nahm bei 80 den Gang raus und lies bis auf 40 kmh rollen, dann wieder Gang rein usw. Ob man damit Sprit spart? Außerdem war es weiter als ich dachte: 35 km eine Strecke.
Jedenfalls musste Andreas fast eine Stunde auf uns warten und war nicht sauer. Hat er also die erste Probe bestanden. Und für Nuria ein Kuscheltier mitgebracht - kam auch gut an. Die Taxifahrt hin und zurück, also 70 km, hat 600 Som gekostet (9,40 €).
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Jetzt pennen sie erstmal, ich würde auch gerne, aber kein Platz mehr da. In dieser Wohnung und in diesem Bett kann ich den ganzen Tag und die ganze Nacht lang schlafen und tue es auch manchmal, es ist wunderbar! Am liebsten würde ich hier für immer wohnen!
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22.8.11
Heute mit Andreas und Nuria in der kasachischen Botschaft Visa beantragt für die Rückfahrt. Lange Schlange gestanden, Formulare ausgefüllt, um dann festzustellen, dass wir vergessen haben, eine Kopie vom Kirgistanvisum zu machen. Das Konsulat macht es nicht. Wir müssen mit dem Taxi zurück in die Stadt und wieder zurück. Ich hasse es, aber da müssen wir durch!
Immerhin verstehen sich die beiden prächtig
Und Andreas hat eine zweite Probe bestanden und zwei Schlösser am Sani wieder gängig gemacht. Fahrertüre und Hecktüre waren nicht mehr abschließbar. Er war früher mal Kfz-Mechaniker.
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26.8.11
Auf dem Prospekt Chui eine Wahrsagerin gefragt, wie unsere Reise nach Deutschland wird, und ob ich noch mal heiraten werde. Sie sagt, die Reise wird gut, ich werde heiraten, aber nicht Nuria, sondern eine reiche Frau, und ich werde sehr glücklich sein.
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Die Schwester hat aus Moskau Geld geschickt, Nuria kann einen Mantel für den Winter kaufen. Bisschen hab ich dazu getan.
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Kleinen Ausflug in die Berge gemacht und Bishkek von oben angesehen. Auch von oben sieht Bishkek aus, als habe man keine Lust gehabt, die Stadt zu Ende zu bauen.
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27.8.11
Der Tag der Unabhängigkeit Kirgistans steht bevor, und die Kirgisen hängen Fahnen in den Nationalfarben Rot und Gelb raus. Prima Gelegenheit für mich, endlich mal mit der Bundeswehrbeflaggung durch die Gegend zu fahren. Außerdem ist heute der Tag unserer Abfahrt Richtung Deutschland, Km-Stand 90600.
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Und drittens hat Nuria heute Geburtstag. Sie nähere sich gefährlich dem "Babuschka"-Alter, sagt sie, sie ist 31 geworden. Wir bringen sie nach Talas, wo ihre Familie lebt.
Unterwegs mache ich neue Erfahrungen mit meinem Sani: Andreas hat seit seiner Ankunft in Kirgistan starken Durchfall (10x zum Klo pro Tag). So kriege ich mit, dass man auch während der Fahrt das Tütenklo benutzen kann. Ich halte derweil schon mal Ausschau nach Müllbehältern. Beim ersten Mal klappts auch: Er ist gerade fertig und muss nur noch die Schiebetür öffnen, um den Beutel zu entsorgen.
Auch das kleine Geschäft geht während der Fahrt. Mein Sani ist wirklich für solche Reisen optimal eingerichtet. Er ist ja auch das Produkt langer Erfahrung...
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28.8.11
In Talas halte ich Andreas Vorträge, während er seine Kamera an mir testet. Dann Abschied von Nuria, diesmal echt traurig, aber in 3 Jahren wollen wir ja heiraten.
Grenzübergang nach Kasachstan schaffen wir in 4 Stunden ohne besondere Vorkommnisse. Ein Zöllner schenkt mir einen dicken, gut aussehenden Apfel. Das ist ungewöhnlich, denn sonst erwarten sie Geschenke von uns. Als wir die Grenze verlassen, schneide ich ihn auf, und er ist innen völlig verfault. Das hatte der Typ garantiert gewusst.
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