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Reise 2011

Kasachstan







28.8.11

Gigantischer Schlafplatz in Kasachstan, von Taraz aus etwa 80 km vor Shymkent: auf einem Plateau hoch über der Ebene mit der Straße. Um dort hin zu gelangen, mussten wir einen sehr schrägen Hang ohne Fahrspuren hochfahren.






Leider bin ich heftig erkältet und muss lange Unterhose und Mütze tragen. Das erste Mal krank auf dieser Reise. Abends wird's ungemütlich kalt, verziehen uns nach Sonnenuntergang ins Auto, und ich kriege bei einem kurzen Gang unterm Sternenhimmel Schüttelfrost. Andreas hat Dünnschiss und muss öfter raus....






29.8.11

Morgige Abfahrt vom Schlafplatz

Man sagt, man müsse sich spätestens am 5. Tag in Kasachstan registrieren. In Shymkent finden wir auf Anhieb die richtige Polizeistation. Leider ist heute und morgen Feiertag.






Shymkent: Da es keine Schilder gibt und mein Kompass kaputt ist, müssen wir beinahe an jeder Kreuzung Leute fragen, um aus der Stadt raus zu kommen. Dieser Herr heißt Kemal Suleimenov, ist Ex-Deutschlehrer und spielt uns nach der Auskunft was auf seinem Akkordeon vor. Andreas sagt, das sei doch viel besser als ein GPS. Kann man so sehen....






Honig von den Straßenverkäufern ist sehr lecker. Hier war er uns aber zu teuer, trotz der hübschen Verkäuferin: 6 Euro für ein kleines Glas.






Zweite Schlafplatz kurz vor Türkestan ist auch nett: plattes Land zwischen Feldern, nur Grillen und Vögel um uns, keine Häuser zu sehen, obwohl wir manchmal Stimmen hören. Es wird wieder kühl, gehen bei Sonnenuntergang ins Bett.






30.8.11

Stehen bei Sonnenaufgang auf und wollen mal "Strecke machen". Wir fürchten, dass die Straße eher schlechter als besser wird. Wir fahren 500 km in 11 Stunden, von Türkestan bis Zhosaly.

Neu asphaltierte Abschnitte wechseln mit Baustellenpisten oder kaputtem Asphalt. Man fährt mit Licht, aber die Polizisten verlangen keine "Schtraf", wenn sie uns ohne Licht erwischen.






Mittags im Cafe. Vorm Eingang fließt Kuhpisse aus einem Kamaz, es riecht sehr intensiv. Aus unserem Benz fließt auch schonmal was raus, aber nicht so viel.






50 km vor Zhosaly wären wir gern am Fuß eines Hügels für die Nacht geblieben, aber wir fliehen vor den Mücken. Das ganze Gebiet scheint sumpfig zu sein. Der Syrdary ist nahe. Es fängt auch noch an zu regnen, und die Seitenwege werden schlammig.

In Zhosaly versuchen wir es mit Hotel. Man dirigiert uns auf den Hof. Ich telefoniere mit der Schwester des Chefs, sie kann Englisch. Wir möchten im Hof im Auto schlafen und im Hotel eine Dusche benutzen. Das soll 4000 Tenge kosten = 20 Euro. Wir wollen runterhandeln, da erhöht der Bruder auf 50 Dollar. Wir fahren wieder runter vom Hof. Die Tankstelle will uns nicht, auch der Wachmann eines LKW-Hofes, der eine Kalaschnikow trägt, schickt uns fort. Die Zhosalier müssen seltsame Leute sein, wenn alte Kamaz mit Schusswaffen bewacht werden müssen.






Es wird dunkel, als wir aus Zhosaly rausfahren. Am Ortsausgang mehrere Cafes, vor dem einen dürfen wir im Auto schlafen. Wir beehren die Besatzung mit unserem Besuch zum Abendessen.






Andreas isst genauso gern in Cafes wie ich, und er findet fast alles super lecker. Er bedauert, dass er nicht zwei Münder hat, um es schneller runterschlingen zu können. Und das, obwohl er immer noch Dünnschiss hat. Wir verstehen uns prima, bin sehr froh, ihn dabei zu haben. Allein durch Kasachstan - ich wäre übergeschnappt!






31.8.11

Die hockt allein auf einem Erdhaufen in der Wüste und verkauft Melonen.






Das Cosmodrom bei Balkonur fotografieren wir aus der Ferne, kommen wir eh nicht rein.






Gegen 17 Uhr fahren wir in die Stadt Aral rein, um morgen endlich die lästige Registration hinter uns zu bringen. Auf den ersten Blick ist es eine der gruseligsten Städte, die ich je gesehen habe: Im Hotel "Aral" aus der Sowjetzeit scheint sich seit der Unabhängigkeit nichts verändert zu haben. Die spärlich beleuchteten Straßen sind vernebelt vom Smog. Das Essen im Cafe schmeckt so fürchterlich, dass wir alles stehen lassen. Im Internet Cafe kann ich die Ordner auf meinem USB-Stick nicht öffnen. Der Betreiber zuckt die Schultern. Im Hotel sehe ich den Grund: alle Dateien wurden von einem Virus gelöscht, übrig sind nur noch die Titel der leeren Ordner.






Aral lag früher am gleichnamigen See. Jetzt gibt's hier gestrandete Schiffe im ehemaligen Hafenbecken. Der Dorn im Vordergrund zeigt an, wie hoch das Wasser mal stand.






Hotelzimmer in Aral




1.9.11

Frühstück draußen vorm Hotel auf unseren Klappstühlen. Finden dann das OVIR für die Registrazia. Kopien können sie nicht machen, müssen raus in einen Copyshop, sehr hübsche Frau im Laden. Wir kriegen die Registrazia, war aber auch der letzte Tag.






Happy Trip ins Nichts. Was wir nicht wussten: Von Aral bis Qarabutaq - etwa 400 km - keine Tankstelle, kein Laden, keine Cafes, kein Verkehr, einfach Nichts. Nuria hatte uns zum Glück ein paar Konserven mitgegeben. Hinter Aral noch ca.100 km Baustellenpiste, dann neuer Asphalt.






Und sehr schöner Nachtplatz im Nichts. Absolute Stille. Die Zeit genutzt und Klamotten gewaschen. Die letzten Vorräte aufgegessen, morgen gibts kein Frühstück. Sitze noch lange draußen und glotze in den Sternenhimmel. Der arme Andreas muss mehrmals raus mit Klopapier. Er sagt, so bekomme der Ausdruck: "Beschissene Gegend" einen ganz neuen Sinn.




3.9.11

Beide Reservekanister geleert. Hinter Qarabutaq die erste Tankstelle, im Tank waren nur noch etwa 10 Liter.



Irgendwo auf dem Weg nach Aqtöbe...

Aqtöbe: Moderne Stadt, breite Straßen, finden sofort ein Cafe mit WiFi, plaudern mit der Kellnerin, sie hat in Orenburg Deutsch gelernt. Bleiben da bis 14:30 sitzen.






Etwa 80 km hinter Aqtöbe unser letzter schöner Schlafplatz in Kasachstan, endlose freie Sicht ringsrum.




4.9.11

Beinahe wäre Andreas in eine Kuh gefahren. Sie rannte plötzlich von links los auf die andere Seite. Irgendwie sind wir vorbei gekommen, vielleicht hat sie noch gebremst.






Verkehr in Oral, letzte kasachische Stadt vor der russischen Grenze.






Irgendwo muss es hier links abgehen, aber die Oraler wissen es auch nicht...






Andreas sagt, er habe schon lange nicht mehr von einer Brücke gepinkelt....






Es regnet. Kurz vor der russischen Grenze ist die Straße gesperrt und die Umleitung verschlammt. Der Frightliner ist übel abgestürzt. Es ist Nachmittag, ich will sowieso erst morgen über die Grenze. Hoffe, dass es in der Nacht aufhört zu regnen und wir morgens durchfahren können.

Wir fahren ein paar Kilometer zurück und übernachten in Kamenka, dem letzten kasachischen Dorf, im Hof einer Sportanlage. Ein Schlafplatz auf den umliegenden Feldern ist wegen der feuchten Wege leider nicht möglich.






5.9.11

In der Nacht regnet es weiter. Die Umleitung ist nun völlig unbefahrbar für uns. Ein Arbeiter winkt mich trotzdem durch. Ich fahre los und stecke nach wenigen Metern fest. Sie ziehen uns mit einem Allrad-Trecker durch den Schlamm auf die Asphaltstraße.

Ksachstan war ganz nach meinem Geschmack. Vor allem die leeren Strecken, ohne Siedlungen, ohne Vegetation - phantastisch! Leider sind wir viel zu schnell durchgefahren.

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