Streckenbeschreibung Aralsee

September 2011




Man fährt von Nukus aus nach Qonghirat. Von dort nicht nach Moynaq, sondern nach Nord-Osten auf das Ustyurt-Plateau Richtung kasachische Grenze. Diese Straße ist gerade neu asphaltiert worden und eignet sich daher für eine zügige Anfahrt, auch wenn sie sich vom Seeufer entfernt. Man begegnet Sattelzügen, die aus Kasachstan kommen, sonst wenig Verkehr.



Ich dachte, es gibt eine Piste, der man dann nur noch geradeaus bis zum See folgen muss. So zeigt es die Karte. Das ist aber nicht so. In dem ganzen Gebiet zwischen See und Straße gibt es ein Labyrinth von unzähligen Spuren und Pisten. Der Boden ist hart und eben, man kann also auch ohne Allradantrieb fahren. Aber das Fahrzeug sollte etwas Bodenfreiheit haben, da die Fahrspuren oft tief ausgefahren sind. Die größte Unebenheit ergibt sich, wenn sich zwei Pisten kreuzen, was man oft erst spät sehen kann. Ich bin einmal mit dem Kopf unter die Decke katapultiert worden, als ich zu schnell durch zwei Querrillen fuhr.






Ohne GPS kann man sich dort verirren wie in der Sahara. Man sollte mit mindestens 2 Fahrzeugen fahren. Ich bin trotz vorsichtiger Fahrweise in einem Loch stecken geblieben und wäre ohne Christines Hilfe nicht mehr rausgekommen. Hilfe von anderen ist nicht zu erwarten. Wir haben dort in 3 Tagen kein anderes Fahrzeug gesehen.






Die Anfahrt geht am besten so: Man folgt der Asphaltstraße von Komrat aus ca. 150 km nach Nordwest. Dann als Einstieg eine Piste suchen und sich auf diesen Punkt Richtung Nord-Ost zubewegen: 44N30,035 58E12,469 Dort sieht man den See. Nach Meinung von Experten wird der See erst nach 20 bis 30 Jahren völlig verschwunden sein. Ist also noch ein bisschen Zeit. Die Strecke zwischen Seeufer und Moynaq, wo die gestrandeten Schiffe liegen, kenne ich nicht, soll aber schwierig und nur mit 4x4 befahrbar sein.






Sollte die Piste zu weit abweichen, kann man auch einfach "querfeldein" fahren. Es ist absolut einsam und tot, keine Mücken, und Schlangen haben wir auch nicht gesehen. Auch am Seeufer ist kein Mensch. Schon dafür lohnt sich der Ausflug.






Der Aralsee, bzw. das, was von ihm übrig ist.